Orkantief Xynthia “ In Nordrhein-Westfalen wurde der Zugverkehr eingestellt „


In Nordrhein-Westfalen wurde der Zugverkehr eingestellt

28. Februar 2010 Das gewaltige Orkantief „Xynthia“ hat über Westeuropa gewütet und mindestens 53 Menschen in den Tod gerissen. Die meisten Opfer gab es in Frankreich. Dort kamen 45 Menschen vor allem bei Überschwemmungen an der Atlantikküste ums Leben, wie das Innenministerium nach einer Krisensitzung am Sonntagabend mitteilte. In Deutschland, wo die schnellste Böe 166 Stundenkilometer erreichte, wurden mindestens vier Menschen von umstürzenden Bäumen erschlagen. In Spanien erreichte „Xynthia“ einen Rekord-Wert von 228 Stundenkilometern. Das Sturmtief forderte mehr Menschenleben in Europa als die zerstörerischen Orkane „Lothar“ und „Kyrill“. In Deutschland wütete „Xynthia“ am heftigsten im Südwesten, in Hessen und in Nordrhein-Westfalen. Im Schwarzwald kam ein 74-jähriger Autofahrer ums Leben, bei Wiesbaden ein 69 Jahre alter Wanderer. In Nordrhein-Westfalen starben eine Joggerin und eine Autofahrerin. Der Sturm richtete bundesweit große Schäden an. Orkanböen entwurzelten Bäume, deckten Dächer ab und wirbelten Baustellenteile durch die Luft.

Alles im Einsatz, was fahren und laufen kann

Im Reiseverkehr brach ein Chaos aus: Züge standen still, Flüge fielen aus, Straßen waren blockiert. Reisende müssen auch am Montag mit Beeinträchtigungen rechnen. Nachdem in einigen Regionen der Zugverkehr eingestellt wurde, stehen nach Angaben der Bahn viele Züge nicht dort, wo sie am Montag gebraucht werden. In ganz Nordrhein-Westfalen ruhte der Verkehr auf den Schienen am Abend. Die Polizei in NRW rückte bis 20.00 Uhr zu fast 5000 sturmbedingten Einsätzen aus, mindestens 28 Menschen erlitten Verletzungen. „Auf den Autobahnen sieht es grausam aus“, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr in Iserlohn sprach von „Kyrill II“. Der Orkan hatte im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. In Düren stürzte ein Kirchturm ein. In Frankfurt/Main wurde die A3 gesperrt. In der Stadt waren der Hauptbahnhof und der Bahnhof am Flughafen vorübergehend geschlossen. Bis zum Abend fielen fast 240 Flüge aus. „Es ist alles im Einsatz, was fahren und laufen kann“, sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt. Bis zu 20 000 Menschen waren in Hessen von Stromausfällen betroffen. In Rheinland-Pfalz fiel in einigen Orten der Strom aus. Aus Sicherheitsgründen war die Geschwindigkeit vieler Fernzüge gedrosselt worden. Ein ICE mit etwa 800 Reisenden saß nach einer Kollision mit einem entwurzelten Baum stundenlang auf freier Strecke zwischen Fulda und Hanau fest. Ein ICE auf dem Weg von Berlin nach Basel strandete in Göttingen. Im Saarland stellte die Bahn den Regionalverkehr komplett, in Rheinland-Pfalz fast ganz ein. Viele Straßen Baden-Württembergs waren von entwurzelten Bäumen blockiert. Im Raum Stuttgart fiel der Bahnverkehr aus, ein Ersatzverkehr über die zum Teil verwüsteten Straßen war nicht möglich. Bei Würzburg in Bayern erlitt ein Mann schwere Quetschungen, als er im Sturm die Arretierung eines Krans lösen wollte. Thüringen meldete am frühen Abend Stromausfälle und Straßensperrungen. Bei Eisenach wurde eine Mittelleitplanke einfach umgeweht. „Man sollte nicht denken, dass so etwas geht“, sagte ein Polizeisprecher. Für die Nacht rechneten die Meteorologen auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit orkanartigen Stürmen. Im südlichen Niedersachsen meldete die Polizei „Notrufe im Sekundentakt“. Xynthia sei ein Sturmtief, „wie man es nicht jedes Jahr hat“, sagte Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die höchste Windgeschwindigkeit in Deutschland wurde nach DWD-Angaben mit 166 Kilometern pro Stunde am 557 Meter hohen Weinbiet bei Neustadt/Weinstraße (Rheinland-Pfalz) gemessen. In Spanien, wo die Wetterexperten von einer „meteorologischen Bombe“ gesprochen hatten, erreichte „Xynthia“ die Rekordgeschwindigkeit von 228 Stundenkilometern. Der am Samstag gegen 21.00 Uhr in der baskischen Kleinstadt Orduña gemessene Wert liegt noch über den 213 Stundenkilometern, die Jahrhundert-Orkan „Lothar“ 1999 im Schwarzwald erreichte – den bislang höchsten Wert seit Beginn der wissenschaftlichen Wetterbeobachtung Ende des 19. Jahrhunderts.

Wasser bis zu 1,50 Meter hoch in den Straßen

In Frankreich hatten eine Million Einwohner keinen Strom. An den Küsten habe der Wind eine Geschwindigkeit von bis zu 150 Stundenkilometern erreicht, berichtete der Sender France-Info. Präsident Nicolas Sarkozy sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus. Am späten Nachmittag gab es beim Premierminister François Fillon ein Krisentreffen. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde appellierte an die Versicherungen, so schnell wie möglich Entschädigungen zu zahlen. Die Zahl der Opfer könnte sich nach Angaben der Behörden noch erhöhen. In zahlreichen Orten in der Nähe von La Rochelle stand das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch in den Straßen. Air France strich etwa 100 von insgesamt 700 Flügen am Pariser Flughafen Charles de Gaulle. In den Pyrenäen stürzten Felsbrocken auf die Straßen. Die Grenze zu Spanien wurde zeitweise geschlossen. In Portugal und Nordspanien hatte „Xynthia“ zuerst getobt und vier Menschenleben gefordert. In Spanien starben zwei Männer, als ihr Auto gegen einen umgestürzten Baum prallte. Eine 82-jährige Frau wurde von einer Mauer erschlagen. Im Norden Portugals tötete ein abbrechender Ast einen zehnjährigen Jungen. In Nordspanien unterbrachen umgestürzte Bäume die Stromversorgung für 130.000 Haushalte.

Quelle: FAZ

Bisher 300 Tote nach Erdbeben in Chile


Erdbeben in Chile
Chile: „Ausmaß des Bebens steht erst in drei Tagen fest“

Bisher 300 Tote nach Erdbeben in Chile

„Ausmaß der Katastrophe steht erst in drei Tagen fest“

Nach dem verheerenden Erdbeben in Chile mit mehreren hundert Toten geht die Suche nach Verschütteten und Überlebenden weiter. Nach vorläufigen amtlichen Angaben kamen durch das Erdbeben der Stärke 8,8 mehr als 300 Menschen ums Leben. Das ganze Ausmaß der Katastrophe werde aber frühestens in drei Tagen bekannt sein, sagte Carmen Fernández, die Direktorin des Notstandsbüros des chilenischen Regierung. Zerstörte Straßen und unterbrochene Strom- und Telefonleitungen erschwerten jedoch die Rettungsarbeiten. Insbesondere die Verbindung zu der mit am schwersten betroffenen, etwa 100 Kilometer vom Epizentrum entfernten Küstenregion rings um die 400.000-Einwohner-Stadt Concepción fällt darunter. In manchen Orten wurden bis zu 95 Prozent der Häuser zerstört.

Verschüttete und Plünderungen in Concepciòn

Die Bürgermeisterin von Concepción teilte am Sonntag mit, unter den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses seien mindestens 100 Menschen verschüttet worden.

In Concepciòn wurde mindestens ein Supermarkt geplündert. Die Polizei versuchte, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Plünderungen (Foto: AFP)
Plünderungen (Foto: AFP)

Präsidenten: Zwei Millionen Chilenen betroffen

Präsident Michelle Bachelet rief den Notstand in sechs Regionen des Landes aus. „Wie bei früheren Katastrophen werden wir auch diese Probe bestehen“, sagte sie in einer Fernsehansprache. Etwa zwei Millionen Menschen seien von dem Beben betroffen, das sich am frühen Samstagmorgen ereignete. Das Erdbeben erreichte die Stärke 8,8 und löste an der chilenischen Küste eine Flutwelle aus. In der bereits durch Erdstöße stark geschädigten Region um Biobio und Maule schwappte eine riesige Welle bis in die Zentren der Städte. Für nahezu die gesamte Pazifik-Region wurde Tsunami-Alarm gegeben. Die befürchteten Riesenwellen blieben aber aus.

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet besichtigt das Katastrophengebiet (Foto: AP)
Zerstörtes Haus am Strand (Foto: AFP)

Internationale Hilfe läuft an

Chile erhielt inzwischen internationale Hilfsangebote für Rettungsmaßnahmen und den Wiederaufbau. Die USA, die Europäische Union, sowie mehrere andere Länder und internationale Organisationen wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sagten Unterstützung zu und bereiteten sich auf einen umfangreichen Hilfseinsatz vor. Die EU gab drei Millionen Euro an Soforthilfen frei. Erste Maßnahmen von Hilfsorganisationen liefen an. Das chilenische Außenministerium bat allerdings, zunächst die Bestandsaufnahme des Katastrophenschutzes abzuwarten.

Quelle: Tagesschau.de

Unwetter-Alarm in Deutschland Orkantief „Xynthia“ rast über Deutschland


Das Sturmtief „Xynthia“ hat in Deutschland mindestens vier Todesopfer gefordert und schwere Schäden angerichtet. Am Frankfurter Flughafen wurden zahlreiche Flüge gestrichen, in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland wurde der Zugverkehr eingestellt. In Frankreich kamen mindestens 45 Menschen ums Leben.

Orkantief «Xynthia»

Unwetter-Alarm in Deutschland: „Xynthia“ ist einer der schwersten Stürme seit dem Orkan „Lothar“ an Weihnachten 1999.

Das gewaltige Sturmtief „Xynthia“ hat in Deutschland weitere Todesopfer gefordert. In Nordrhein-Westfalen kamen bereits zwei Menschen ums Leben. Auf der B54 kam am frühen Abend eine 70-jährige Autofahrerin aus Ascheberg im Münsterland um, als ein Baum auf ihren Wagen fiel und das Fahrzeug in einen Graben rutschte. Wie die Polizei Coesfeld mitteilte, wurde die Frau eingeklemmt und musste mit einer Rettungsschere befreit werden. Sie erlag noch am Unfallort an der B54 von Werne in Richtung Herbern ihren schweren Verletzungen. Am Sonntagnachmittag war in Pulheim bei Köln bereits eine Joggerin von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

Unwetter über der portugiesischen Insel

Hessen kam ein Wanderer ums Leben. Der 69 Jahre alte Mann war mit einer Wandergruppe bei Taunusstein im Wald unterwegs, als die Gruppe vom Sturm überrascht wurde. Der Sturm fegte zahlreiche Äste von den Bäumen, einer davon traf den Rentner. Der Mann starb noch an der Unfallstelle. Am Sonntag hatte „Xynthia“ bereits in Baden-Württemberg ein Todesopfer gefordert. Nahe der baden-württembergischen Gemeinde Feldberg wurde ein Mann in seinem Auto durch einen umgestürzten Baum erschlagen, wie die Polizei in Freiburg mitteilte. Die Ehefrau des Opfers wurde demnach auf dem Beifahrersitz eingeklemmt. Die Frau sei schwer verletzt geborgen und mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden.

Der Deutsche Wetterdienst gab eine Unwetterwarnung für weite Teile West- und Südwestdeutschlands heraus. In den Regionen bestehe die Gefahr orkanartiger Böen um 110 Kilometer pro Stunde. Im Alpenraum erwarteten die Meteorologen sogar noch stärkere Böen. Das Orkantief zog aus Frankreich kommend über Deutschland hinweg und sollte sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes über den Mittelgebirgsraum ostwärts bewegen.

Xynthia“ sei ein Sturmtief, „wie man es nicht jedes Jahr hat“, sagte Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Er warnte vor Spaziergängen im Wald. „Und wer nicht Auto fahren muss, sollte es besser vermeiden. In weiten Teilen Hessens war der Verkehr lahm gelegt. Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. Mobile Toiletten und Baustellen- Ampeln flogen durch die Luft. Bäume stürzten um, Fassadenteile, Material von Baustellen und Werbeplakate wirbelten umher und blockierten Straßen. Wegen des hohen Wasserstandes des Mains mussten Parkplätze in Flussnähe geräumt werden. Besonders vom Sturm betroffen war die Region um Frankfurt/Main. Dort wurde die A3 gesperrt, eine der wichtigsten Autobahnverbindungen durch Deutschland. In der Stadt waren der Hauptbahnhof und der Bahnhof am Flughafen vorübergehend geschlossen. Am Frankfurter Flughafen mussten zahlreiche Passagiere Verspätungen und Flugausfälle hinnehmen. Der Verkehr sei wegen der starken Windböen „sehr eingeschränkt“, sagte ein Sprecher des Flughafens. Es gebe „jede Menge Verspätungen“. Demnach wurden bis zum Nachmittag zudem mehr als 200 der 1270 für Sonntag geplanten Flüge gestrichen.

Bahnverkehr massiv beeinträchtigt

Durch den Sturm wurde auch der Bahnverkehr massiv beeinträchtigt. In Nordrhein-Westfalen wurde der gesamte Bahnverkehr vorläufig eingestellt. Im Südwesten des Landes sowie in Mitteldeutschland sei die Lage „sehr bedenklich“, sagte ein Bahnsprecher. Durch Äste in den Oberleitungen und umgefallene Bäume gebe es „zahlreiche kurzzeitige und mehrstündige Streckensperrungen“, teilte die Deutsche Bahn mit. Dadurch seien in ganz Deutschland Verspätungen und Zugausfälle zu erwarten. Zudem müssten die Züge wegen des starken Windes mit gedrosselter Geschwindigkeit fahren. Besonders betroffen waren den Angaben zufolge das Rhein-Main-Gebiet, das Saarland sowie Rheinland-Pfalz, wo die Bahn den Regionalverkehr vorübergehend einstellte. Auch im Frankfurter Hauptbahnhof fuhren nach Angaben der Bahn keine Züge mehr. Bis voraussichtlich zum frühen Abend sollte zudem der Fernbahnhof Frankfurt Flughafen gesperrt bleiben. Wegen Bäumen auf dem Gleis sollte die Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier voraussichtlich bis zum Betriebsschluss am Sonntagabend gesperrt bleiben. Die Bahn informiert Reisende im Internet unter http://www.bahn.de/aktuell über die Störungen. Zudem können sich Zugreisende über die aktuelle Situation unter der kostenlosen Service-Nummer 0800-0996633 informieren. In der Nacht zum Montag wird „Cynthia“ auch den Osten Deutschlands erreichen. So heftig wie in Teilen Süd- und Westdeutschlands wird es nach Angaben der Meteorologen aber nicht. Von Sturmböen bis zu orkanartigen Stürmen ist aber auch östlich der Elbe fast alles möglich. Vor allem in den höheren Lagen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rechnen die Meteorologen mit orkanartigen Stürmen. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stürmt es nicht ganz so stark. Zugausfälle wie in weiten Teilen Westdeutschlands gab es am Sonntagabend nicht. Allerdings wies die Bahn darauf hin, dass die Verspätungen bundesweit ausstrahlen werden. Auf dem Brocken im Harz wurden am Sonntag bereits Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 148 Stundenkilometer gemessen. Auf der Schmücke im Thüringer Wald waren es 122 Stundenkilometer und auf dem Fichtelberg in Sachsen „nur“ noch 104, sagte der Meteorologe Gerd Saalfrank vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. „Es kann noch windiger werden“, dämpfte er Hoffnungen auf ein schnelles Abflauen. Erst am Montag könne es ruhiger werden. Der sich in den vergangenen Tagen zaghaft nähernde Frühling werde nun wieder in Schranken gewiesen: In Höhenlagen von 500 bis 600 Meter werde sich der Regen in Schnee verwandelt, sagte Saalfrank. Autofahrer auf den Straßen in den Kammlagen des Thüringer Waldes müssten sich auf Schneeverwehungen einstellen. „Xynthia“ bringt den in den nächsten Tagen den Winter zurück“, sagte er. In Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern werden Sturmböen erwartet: von leicht bis schwer, sagte Norma Liefke, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Potsdam. „Ein Ast kann schon mal brechen oder ein Baum umstürzen.“ Am Montag werde sich die Lage aber entspannen.

Mindestens 45 Tote in Frankreich

In Portugal und Nordspanien hatte sich „Xynthia“ zuerst ausgetobt. Im spanischen Baskenland erreichte der Orkan mit 228 Stundenkilometern nach Angaben des baskischen Innenministeriums Rekordgeschwindigkeiten. Dieser Wert liegt noch über den 213 Stundenkilometern des Jahrhundert-Orkans „Lothar“ im Jahr 1999. In Spanien starben zwei Männer, als ihr Auto gegen einen umgestürzten Baum prallte. Eine 82-jährige Frau wurde von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Im Norden Portugals tötete ein abbrechender Ast einen zehnjährigen Jungen. In Frankreich sind durch das schwere Sturmtief mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Allein im Département Vendée seien 29 Menschen gestorben, teilte der französische Zivilschutz am Sonntag mit. An den Küsten habe der Wind eine Geschwindigkeit von bis zu 150 Stundenkilometern erreicht, berichtete der Sender France-Info. Ein junger Mann wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen, eine Frau von einem Eisenträger. Zwei Menschen erlagen einer Gasvergiftung, als sie wegen des Stromausfalls einen Generator in Betrieb nahmen. An der Atlantikküste ertranken 14 Menschen. In zahlreichen Orten in der Nähe von La Rochelle stand das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch in den Straßen. Air France strich etwa 70 von insgesamt 700 Flügen am Pariser Flughafen Charles de Gaulle. In den Pyrenäen stürzten Felsbrocken auf die Straßen. Die Grenze zu Spanien wurde zeitweise geschlossen. Xynthia  ist einer der schwersten Stürme seit dem Orkan „Lothar“ Weihnachten 1999, der einen Schaden von etwa fünf Milliarden Euro angerichtet und in ganz Europa rund hundert Menschen getötet hatte.

Quelle:Welt.de

Nach Beben in Chile


Nur noch Japan zittert vor dem Tsunami

Nach dem Beben in Chile erweist sich die befürchtete Flutkatastrophe im Pazifik als weniger dramatisch als erwartet. Tote gab es dennoch: Auf der Insel Robinson Crusoe starben mindestens fünf Menschen. Jetzt gilt nur noch in Japan eine Tsunami-Warnung. In Chile stieg die Zahl der Opfer inzwischen auf über 300.
Erdbeben in Chile

Das schwere Erdbeben in Chile ist das fünftstärkste Beben gewesen, dass jemals gemessen wurde. Es erreichte die Stärke 8,8 auf der Richterskala. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet, wurden an der Küste der nördlichen Provinz Iwate Flutwellen von 1,45 Metern Höhe beobachtet. TV-Bilder zeigten Hafengebäude, die umspült wurden. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Aus Furcht vor Tsunami hatten die Behörden des Landes Zehntausende von Bewohnern an Japans gesamter Pazifikküste aufgefordert, sich auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen. Erste kleinere Wellen zwischen 10 und 30 Zentimetern waren zunächst in der nördlichsten Provinz Hokkaido beobachtet worden. Die Behörden warnten jedoch, dass nachfolgende Wellen höher sein könnten. Nach Angaben der nationalen Meteorologischen Behörde könnte ein Tsunami von bis zu drei Metern Höhe die Küste des Landes erreichen. Es war das erste Mal seit mehr als 15 Jahren, dass die Behörde eine Warnung vor einem solch größeren Tsunami ausgab. Betroffen waren die Küstenregionen der nördlichen Provinzen Aomori, Iwate und Miyagi. Die Behörde warnte zudem vor möglichen Wellen von bis zu zwei Metern entlang der übrigen Pazifikküste des Landes und forderte die Anwohner zum sofortigen Verlassen ihre Häuser auf. Die Küstenwache forderte auch die Besatzung von Schiffen in den Gewässern vor der Provinz Iwate auf, sich in Sicherheit zu bringen. Allein in Aomori und Miyagi wurden die Bewohner von insgesamt 25 500 Haushalten aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen. In anderen Teilen des Archipels wurden derweil Wellen zwischen 10 und 50 Zentimetern Höhe beobachtet. Ministerpräsident Yukio Hatoyama rief die Bevölkerung zu Wachsamkeit auf. „Nähern Sie sich um keinen Preis der Küste“, sagte er in einer Fernsehansprache. In der Vergangenheit hätten auch Wellen von weniger als zwei Metern Höhe schwere Schäden angerichtet. Bahnbetreiber stoppten sicherheitshalber den Betrieb mehrerer Züge, unter anderem auch in der Hauptstadt Tokio. Auch Abschnitte von Autobahnen wurden wegen der Tsunami-Warnung gesperrt. Die Regierung richtete einen Notfallstab ein. Im Mai 1960 war mehr als 22 Stunden nach einem Erdbeben in Chile der Stärke 9,5 ein Tsunami mit einer Höhe zwischen einem und vier Metern auf die Küsten der japanischen Nordprovinz Hokkaido und der Region Sanriku getroffen. Als Folge wurden 142 Menschen getötet oder blieben unauffindbar. In Russland ist der Tsunami-Alarm bereits aufgehoben worden. Zwar seien an der Küste der Halbinsel Kamtschatka im äußersten Osten des Landes Flutwellen angekommen, teilte ein lokaler Vertreter des Katastrophenschutzministeriums am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ria Nowosti mit. „Die Höhe der Wellen betrug aber nur 25 Zentimeter.“ Es habe keine Schäden gegeben. Unmittelbar nach dem Beben in Chile hatte das in Hawaii ansässige US-Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik zunächst Flutwellen-Alarm für 50 Länder und Regionen ausgegeben. Allerdings blieben befürchtete Riesenwellen zunächst aus. An der Hauptinsel in Hawaii stieg der Meeresspiegel am Samstagmittag Ortszeit (24.00 Uhr MEZ) lediglich um rund einen Meter an. Die Behörden gaben aber zunächst keine Entwarnung. Die Behörden hatten bereits Stunden zuvor Alarm geschlagen. Die Menschen aus flachen Küstenstreifen flüchteten in höhergelegene Gebiete. Dagegen fielen auf der Pazifik-Insel Robinson Crusoe mindestens fünf Menschen einem Tsunami zum Opfer. Elf weitere Menschen wurden auf der zu Chile gehörenden Insel vermisst. Mehrere Gebäude wurden zerstört. Die Insel liegt etwa 670 Kilometer westlich des südamerikanischen Festlands. Rund um den Pazifik wurden Tsunami-Warnungen ausgegeben. Auf der Insel Raoul auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Tonga zeichnete eine automatische Wetterstation eine etwa 1,20 Meter hohe Welle auf. Die neuseeländischen Chatham Inseln, etwa 700 Kilometer südöstlich der Hauptinsel, wurden am Sonntag (Ortszeit) von drei aufeinanderfolgenden Wellen getroffen, die dritte erreichte eine Höhe von etwa 1,50 Meter. Die Meteorologen im US-Bundesstaat Hawaii hatten Wellen zwischen 30 Zentimetern und zwei Metern Höhe erwartet. Die Wellen nach dem Beben 2004 vor Indonesien waren bis zu 15 Meter hoch. Den ganzen Tag warnten Sirenen vor den Wassermassen, in einigen Hotels wurden Gäste sicherheitshalber in obere Stockwerke gebracht.

Zahl der Toten steigt weiter

Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben in Chile wird nach Behördenangaben weiter steigen. Carmen Fernández, die Direktorin des Notstandsbüros im chilenischen Innenministerium sagte, das Ausmaß der Katastrophe werde frühestens in drei Tagen feststehen. Nach bisherigen Erkenntnissen sind bei dem Beben der Stärke 8,8 mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Vor allem in den am stärksten Betroffenen Regionen von Maule und Bíobío gelte zahlreiche Menschen als verschollen.

Hawaii rüstet sich für Riesenwelle

Unterdessen hat in etwa der Stadt Concepción ein Wettlauf mit dem Tod begonnen. Dort ist bei dem Beben ein Gebäude mit 14 Stockwerken in zwei Teile zerbrochen. Nach einem Bericht der Zeitung „La Tercera“ wurden bis zum späten Abend (Ortszeit) etwa 30 Menschen lebend aus den Trümmern befreit, 60 Menschen seien jedoch noch in dem Komplex gefangen, der jederzeit ganz einstürzen könnte, berichtete das Blatt.,Finanzminister Andrés Velasco sagte den Opfern finanzielle Unterstützung zu. Der Staatshaushalt sei flexibel, so dass das Land in der Lage sei, derartige Katastrophen zu bestehen. Seit dem Megabeben wurden mehr als 70 Nachbeben mit einer Stärke von mindestens 4,9 registriert, berichtete die US-Geologiebehörde USGS. Die vorsorglich für die Pazifikregion ausgegeben Tsunami- Warnung wurde inzwischen wieder weitgehend zurückgenommen. Nur für Japan und die russische Pazifikküste wurde die Warnung beibehalten. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet versuchte am Samstagabend, ihren geplagten Landsleuten Mut zu machen: „Wie bei früheren Katastrophen werden wir auch diese Probe bestehen“, sagte sie bei einer Fernsehansprache. Nach ihren Angaben waren zwei Millionen Menschen direkt von dem Beben betroffen und 1,5 Millionen Wohnungen teilweise oder ganz zerstört. Außer den erheblichen Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur in der Hauptstadt Santiago und anderen Großstädten weiter im Süden des Landes wurden weite Küstenstriche durch große Flutwellen verwüstet. Die mächtigen Erdstöße am Samstag um 3.34 Uhr Ortszeit hatten die Menschen im Schlaf überrascht. Hunderttausende rannten in Panik aus ihren Häusern und kampierten aus Angst im Freien. Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte etwa 92 Kilometer nordwestlich der Stadt Concepción.

Quelle: Welt.de

Erste Tsunami-Wellen treffen Pazifikraum


Der Tsunami nach dem schweren Erdbeben an der chilenischen Küste hat mindestens elf Städte überrollt. In weiten Teilen der Pazifikregion herrscht Flut-Alarm. Auf Hawaii wurden zahlreiche Menschen evakuiert. Erste Flutwellen vor Hawaii, Neuseeland und Australien richteten zunächst keine nennenswerten Schäden an.

Supermarkt auf Hawaii

Angst vor der großen Welle: Die Bewohner der Pazifikinsel Hawaii, die wegen des verheerenden Erdbebens in Chile von einem Tsunami bedroht ist, decken sich in Supermärkten mit Lebensmitteln und Trinkwasser ein. Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 8,8 sind an der chilenischen Küste mindestens elf Städte von einem Tsunami überrollt worden. Die 2,3 Meter hohe Flutwelle traf am Samstagmorgen wenige Minuten nach dem Erdstoß unter anderem die Stadt Talcuhuano nördlich von Concepción, wie das US-Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik (NOAA) bekanntgab. Über die Folgen ist derzeit noch nichts bekannt. In Chile ist die Zahl der durch das verheerende Erdbeben getöteten Menschen inzwischen auf mindestens 147 gestiegen. Das sagte die Leiterin der Nationalen Rettungsbehörde (ONEMI), Carmen Fernandez, am Samstag. Auf der Pazifik-Insel Robinson Crusoe sind mindestens fünf Menschen einem von dem Beben ausgelösten Tsunami zum Opfer gefallen. Weitere elf Menschen werden auf dem zu Chile gehörenden Eiland etwa 670 Kilometer westlich vom südamerikanischen Festland vermisst. Außerdem seien mehrere Gebäude völlig zerstört worden, sagte der Pilot der Fluglinie Ata, Fernando Avario, am Samstag im chilenischen Fernsehen.

In Ufernähe seien ein Lagerhaus, die Schule und das Bürgermeisteramt sowie einige Pensionen und Wohnhäuser von den Wassermassen zerstört worden, berichtete Avario unter Berufung auf Angaben eines Mitarbeiters der Fluglinie auf der Insel etwa 670 Kilometer westlich vom chilenischen Festland. Es habe sich nicht um eine einzige große Welle gehandelt, sondern um mehrere, die jedes Mal höher und gewaltiger geworden seien. Deshalb hätten sich die meisten Menschen rechtzeitig in höher gelegene Gebiet der Insel flüchten können. Der schwere Erdstoß ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) um 03.34 Ortszeit (07.34 Uhr MEZ) vor der chilenischen Küste im Pazifik. Das Epizentrum lag demnach in 35 Kilometern Tiefe etwa 115 Kilometer nordöstlich der 400.000-Einwohner-Stadt Concepción. Laut der US-Erdbebenwarte wurden das Zentrum und der Süden Chiles durch mindestens 20 Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 6,9 erschüttert. Mindestens 200 Menschen seien gestorben, teilte der im Januar gewählte Präsident Sebastián Piñera mit, der am 11. März sein Amt antritt.
Quelle: Welt.de

Baden-Württemberg kauft die Steuer-CD nicht


Baden-Württemberg wird definitiv die Steuersünder-CD nicht kaufen. Der ausschlaggebende Grund seien die rechtlichen Unklarheiten.

Steuer-CD
So könnte die Steuer-CD aussehen.

Berlin. Im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen lehnt das Land Baden-Württemberg den Kauf von gestohlenen Steuersünderdaten aus der Schweiz definitiv ab. Das Bundesfinanzministerium habe sein Angebot zurückgezogen, die dem Land angebotene Daten möglicherweise zu erwerben, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) am Samstag in Neulingen bei Pforzheim. „Ich habe deshalb entschieden, dass wir diese CD nicht kaufen werden.“ Er mache nichts, was nicht weitestgehend rechtlich eindeutig ist. Die Kaufentscheidung der schwarz-gelben Regierung in Nordrhein-Westfalen hält Mappus für äußerst fragwürdig. Angesichts der widersprüchlichen Signale aus den Ländern im Umgang mit Steuersünder-Daten fordert die SPD von der Bundesregierung, den Erwerb zu koordinieren. „Finanzminister (Wolfgang) Schäuble muss diese finanzpolitische Führungsaufgabe wahrnehmen“, sagte SPD- Fraktionsvize Joachim Poß nach Angaben seiner Partei. Schäuble müsse die Länderfinanzminister an einen Tisch bitten und diese auffordern, alle verfügbaren Daten im Interesse des ehrlichen Steuerzahlers zu erwerben.

Am Freitag hatte die Stuttgarter CDU/FDP-Koalition noch erklärt, die Entscheidung über den Erwerb der Daten an den Bund abzugeben. Daraufhin entgegnete aber ein Sprecher Schäubles in Berlin, das zuständige Bundeszentralamt für Steuern könne die Daten höchstens prüfen, aber auf keinen Fall kaufen. „Damit sehe ich keine Notwendigkeit mehr, die Daten dem Bundeszentralamt für Steuern zu übergeben“, sagte Mappus am Samstag. Der Regierungschef erläuterte, er habe am Montag im CDU- Bundespräsidium angekündigt, die Daten aus Rechtsgründen nicht kaufen zu wollen. Am Mittwoch habe es das Angebot aus dem Bundesfinanzministerium gegeben, den Erwerb über das Bundeszentralamt in Bonn abzuwickeln. Er habe dann am Freitag zur Kenntnis nehmen müssen, dass das Bundesfinanzministerium „diese klare Zusage etwas anders in der Zwischenzeit gesehen hat“. Er wolle diese Kehrtwende nicht weiter beurteilen. Baden-Württembergische Steuerfahnder hatten durch die Daten der Steuerbetrüger Nachzahlungen von bis zu sieben Millionen Euro erwartet. Angeblich geht es um Anlagen mit einem Wert von 280 Millionen Euro. Es sollen 1748 Anleger aus dem gesamten Bundesgebiet betroffen sein. Allein durch die Diskussion über den Kauf der CD hatten sich in den vergangenen Wochen mehr als 1300 reuige Steuersünder im Südwesten selbst angezeigt. Mappus‘ Haltung ist in der Südwest-CDU nicht unumstritten. Der Sozialflügel der Partei plädierte für einen Erwerb der Daten. „Wir bleiben bei der Forderung, dass das Land die Steuersünder-CD kaufen sollte“, sagte der Landeschef der Christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler in Stuttgart. „Wer Steuern hinterzieht, hat keinen Anspruch auf Datenschutz“, sagte Bäumler vor der Mappus-Erklärung in Neulingen. Der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms bekräftigte den Widerstand seiner Partei gegen den Ankauf von gestohlenen Steuersünder-Daten. „Es ist grundsätzlich bedenklich, wenn der Staat sich auf die Ebene des Verbrechens begibt“, sagte der FDP- Finanzexperte der „Welt am Sonntag“. Damit mache er sich zum Hehler. Andererseits dürfe die Politik Steuersünder nicht schützen. Schäuble sei besser beraten, mit den Schweizern im Rahmen des fälligen Doppelbesteuerungsabkommens nötige Regelungen auszuhandeln. Die Schweiz habe ohnehin erkannt, dass sie ihr Geschäftsmodell umstellen müsse.

Quelle: Handelsblatt, abendblatt.de