Oscar 2010, das „Über-Bingo“ für Christoph Waltz


Ein Film über eine Einheit von US-Bombenentschärfern im Irak ist der große Gewinner der diesjährigen Oscar-Gala. Das spannungsgeladene Filmdrama „The Hurt Locker“ von Regisseurin Kathryn Bigelow gewann in der Nacht zu Montag sechs Oscars, unter ihnen den besonders begehrten Preis für den besten Film. Der Österreicher Christoph Waltz erhielt eine Trophäe für seine Rolle als SS-Mann in „Inglourious Basterds“.

Witzige Gastgeber: Steve Martin und Alec Baldwin lieferten bei den Oscars 2010 eine tolle Show ab.

Mit „The Hurt Locker“ (deutscher Titel: „Tödliches Kommando“) setzte sich ein ungewöhnlicher Siegerfilm durch: Unter den Darstellern sind keine Stars, der Film wurde mit einem geringen Budget von elf Millionen Dollar gedreht, an den Kinokassen war er kein großer Erfolg. Bigelow war in mehr als 80 Jahren Oscar-Geschichte die erste Frau, die den Preis für die beste Regie gewann. „Das ist der Moment meines Lebens“, sagte sie. Sie widmete die Auszeichnung „unseren Frauen und Männern im Militär, die ihr Leben jeden Tag aufs Spiel setzen“. Als bester Hauptdarsteller wurde der 60-jährige Jeff Bridges für seine Darstellung eines alternden Country-Sängers in dem Film „Crazy Heart“ ausgezeichnet. Bridges war 1971 erstmals für einen Oscar nominiert worden, hatte ihn aber nie gewonnen. Als beste weibliche Hauptdarstellerin wurde Sandra Bullock für die Darstellung einer Mutter in dem Kassenschlager „The Blind Side“ geehrt. Die 45-Jährige spielte in ihrer Dankesansprache darauf an, dass auch sie lange auf die Auszeichnung warten musste: „Habe ich den Preis wirklich verdient, oder habe ich Euch einfach nur lange genug zermürbt? Der Oscar für die beste weibliche Nebenrolle ging an die US-Schauspielerin Mo’Nique für ihre Rolle als gewalttätige Mutter in dem Sozialdrama „Precious“. Als bester Nebendarsteller wurde der Österreicher Waltz ausgezeichnet, der damit nach einem Preis in Cannes und einem Golden Globe seine Siegesserie fortsetzte. In Quentin Tarantinos Nazi-Satire „Inglourious Basterds“ spielt er den sadistischen SS-Mann Hans Landa.

In seiner Dankesrede zeigte sich der erstmals für einen Oscar nominierte Österreicher tief gerührt: „Dies ist ein Über-Bingo. Ich kann ihnen dafür gar nicht genug danken“, sagte er. Hollywood habe ihn „mit einer Umarmung willkommen geheißen“. Waltz ist der erste deutschsprachige Gewinner eines Schauspiel-Oscars seit 1961, als sein Landsmann Maximilian Schell den Preis erhielt. Nicht erfüllt haben sich die Hoffnungen auf eine Auszeichnung für den deutschen Wettbewerbsbeitrag „Das Weiße Band“. Die Auszeichnung in der Kategorie „bester nicht-englischsprachiger Film“ ging an den argentinischen Film „El Secreto de Sus Ojos“ (Das Geheimnis in ihren Augen) von Regisseur Juan José Campanella. Der Schwarzweiß-Film „Das Weiße Band“, der unter der Regie des Österreichers Michael Haneke entstand, war auch in der Kategorie „beste Kamera“ nominiert, diesen Preis gewann allerdings der Film „Avatar“. Das Science-Fiction-Epos „Avatar“ ging als großer Verlierer aus der Preisgala hervor. Der Film war – ebenso wie „The Hurt Locker“ – für neun Oscars nominiert, gewann aber nur drei Preise in weniger bedeutenden Kategorien. Anders als der Siegerfilm war „Avatar“ allerdings ein großer kommerzieller Erfolg, er spielte weltweit mehr als 2,5 Milliarden Dollar an und ist damit der lukrativste Film in der Geschichte des Kinos. „Avatar“-Regisseur James Cameron ist der Ex-Mann von Kathryn Bigelow („The Hurt Locker“). Auf der Gala begrüßten sich die beiden mit einer herzlichen Umarmung. Der Oscar für den besten Trickfilm ging an den Streifen „Up“, der auch in der Königskategorie „bester Film des Jahres“ nominiert war. Damit gewann zum dritten Mal in Folge eine Produktion der Disney-Pixar-Studios den Zeichentrick-Oscar. Die Trophäe für den besten Film-Song ging an die Country-Musiker Ryan Bingham und T Bone Burnett für ihr Titellied „The Weary Kind“ aus „Crazy Heart“. Als bester Dokumentarfilm wurde die US-Produktion „The Cove“ ausgezeichnet, in der es um Delfinfang in Japan geht.
Quelle: Welt.de

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