Am 25.06.: Friedhof geöffnet tausende Michael Jackson Fans werden erwartet


Die zuständigen Behörden haben laut der L.A. Times entschieden, den Friedhof Forest Lawn, auf dem Michael begraben wurde, für die Fans am ersten Todestag zu öffnen. Am 25. Juni wird es dort eine abgegrenztes Gebiet geben, in dem Anhänger ihr Tribut zollen können. Allerdings werden sie nicht bis an Michaels Grab im Great Mausoleum des Friedhofs vorgelassen.




Ein örtlicher Polizist sagte der Zeitung: „Forest Lawn und die Jackson-Familie arbeiten an einer Gedenkfeier. Wir werden eng mit Forest Lawn zusammenarbeiten, um die Sicherheit derjenigen zu garantieren, die Michael Jackson ihren Respekt zollen möchten, aber auch derjenigen, die zum Friedhof kommen, um ihre Angehörigen zu besuchen.“

Wisst ihr schon, was ihr am 25. Juni machen werdet? Vielleicht eine Gedenkstätte aufsuchen, zum Beispiel am Promenadeplatz in München?

Quelle: michaeljackson.com

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Oscar 2010, das „Über-Bingo“ für Christoph Waltz


Ein Film über eine Einheit von US-Bombenentschärfern im Irak ist der große Gewinner der diesjährigen Oscar-Gala. Das spannungsgeladene Filmdrama „The Hurt Locker“ von Regisseurin Kathryn Bigelow gewann in der Nacht zu Montag sechs Oscars, unter ihnen den besonders begehrten Preis für den besten Film. Der Österreicher Christoph Waltz erhielt eine Trophäe für seine Rolle als SS-Mann in „Inglourious Basterds“.

Witzige Gastgeber: Steve Martin und Alec Baldwin lieferten bei den Oscars 2010 eine tolle Show ab.

Mit „The Hurt Locker“ (deutscher Titel: „Tödliches Kommando“) setzte sich ein ungewöhnlicher Siegerfilm durch: Unter den Darstellern sind keine Stars, der Film wurde mit einem geringen Budget von elf Millionen Dollar gedreht, an den Kinokassen war er kein großer Erfolg. Bigelow war in mehr als 80 Jahren Oscar-Geschichte die erste Frau, die den Preis für die beste Regie gewann. „Das ist der Moment meines Lebens“, sagte sie. Sie widmete die Auszeichnung „unseren Frauen und Männern im Militär, die ihr Leben jeden Tag aufs Spiel setzen“. Als bester Hauptdarsteller wurde der 60-jährige Jeff Bridges für seine Darstellung eines alternden Country-Sängers in dem Film „Crazy Heart“ ausgezeichnet. Bridges war 1971 erstmals für einen Oscar nominiert worden, hatte ihn aber nie gewonnen. Als beste weibliche Hauptdarstellerin wurde Sandra Bullock für die Darstellung einer Mutter in dem Kassenschlager „The Blind Side“ geehrt. Die 45-Jährige spielte in ihrer Dankesansprache darauf an, dass auch sie lange auf die Auszeichnung warten musste: „Habe ich den Preis wirklich verdient, oder habe ich Euch einfach nur lange genug zermürbt? Der Oscar für die beste weibliche Nebenrolle ging an die US-Schauspielerin Mo’Nique für ihre Rolle als gewalttätige Mutter in dem Sozialdrama „Precious“. Als bester Nebendarsteller wurde der Österreicher Waltz ausgezeichnet, der damit nach einem Preis in Cannes und einem Golden Globe seine Siegesserie fortsetzte. In Quentin Tarantinos Nazi-Satire „Inglourious Basterds“ spielt er den sadistischen SS-Mann Hans Landa.

In seiner Dankesrede zeigte sich der erstmals für einen Oscar nominierte Österreicher tief gerührt: „Dies ist ein Über-Bingo. Ich kann ihnen dafür gar nicht genug danken“, sagte er. Hollywood habe ihn „mit einer Umarmung willkommen geheißen“. Waltz ist der erste deutschsprachige Gewinner eines Schauspiel-Oscars seit 1961, als sein Landsmann Maximilian Schell den Preis erhielt. Nicht erfüllt haben sich die Hoffnungen auf eine Auszeichnung für den deutschen Wettbewerbsbeitrag „Das Weiße Band“. Die Auszeichnung in der Kategorie „bester nicht-englischsprachiger Film“ ging an den argentinischen Film „El Secreto de Sus Ojos“ (Das Geheimnis in ihren Augen) von Regisseur Juan José Campanella. Der Schwarzweiß-Film „Das Weiße Band“, der unter der Regie des Österreichers Michael Haneke entstand, war auch in der Kategorie „beste Kamera“ nominiert, diesen Preis gewann allerdings der Film „Avatar“. Das Science-Fiction-Epos „Avatar“ ging als großer Verlierer aus der Preisgala hervor. Der Film war – ebenso wie „The Hurt Locker“ – für neun Oscars nominiert, gewann aber nur drei Preise in weniger bedeutenden Kategorien. Anders als der Siegerfilm war „Avatar“ allerdings ein großer kommerzieller Erfolg, er spielte weltweit mehr als 2,5 Milliarden Dollar an und ist damit der lukrativste Film in der Geschichte des Kinos. „Avatar“-Regisseur James Cameron ist der Ex-Mann von Kathryn Bigelow („The Hurt Locker“). Auf der Gala begrüßten sich die beiden mit einer herzlichen Umarmung. Der Oscar für den besten Trickfilm ging an den Streifen „Up“, der auch in der Königskategorie „bester Film des Jahres“ nominiert war. Damit gewann zum dritten Mal in Folge eine Produktion der Disney-Pixar-Studios den Zeichentrick-Oscar. Die Trophäe für den besten Film-Song ging an die Country-Musiker Ryan Bingham und T Bone Burnett für ihr Titellied „The Weary Kind“ aus „Crazy Heart“. Als bester Dokumentarfilm wurde die US-Produktion „The Cove“ ausgezeichnet, in der es um Delfinfang in Japan geht.
Quelle: Welt.de

ARD zeigt Marcel Reich-Ranickis Leben als Film


Seine Autobiografie war ein absoluter Bestseller. Nun ist Marcel Reich-Ranickis Leben bald im TV zu sehen. Allerdings nur die Jahre bis 1958, als er aus Polen nach Deutschland zurückkehrte. Dargestellt wird der Literaturkritiker von einem bekannten deutschen Nachwuchsschauspieler.

Reich-Ranicki Literatur

Marcel Reich-Ranicki ist Deutschlands bekanntester Literaturkritiker.

Der Film zum Buch zum Leben: Marcel Reich-Ranickis Autobiografie ist verfilmt worden. Genauer gesagt, die Jahre bis 1958, als sich der in Polen bereits erfolgreiche Kritiker mit seiner Familie nach Deutschland absetzt. Die goldenen Zwanziger-, die braunen Dreißiger-, die blutigen Vierziger- und die roten Fünfzigerjahre – zu viele Leben für ein Leben, möchte man meinen, und erst recht für einen neunzigminütigen Fernsehfilm. Der israelische, seit langem in Deutschland tätige Regisseur Dror Zahavi, hat versucht, den Stoff zu bewältigen. Jetzt hatte das Werk im Hamburger Abaton-Kino seine Pressepremiere. Leid und Literatur: Beides hat in diesem Film seinen Platz. Erst im April soll er im Ersten gezeigt werden; so ist hier nicht der Ort, durch die Brille des Filmkritikers darauf zu schauen. Doch mit den Augen des Historikers und Zeitgenossen schon. Es ist ein sehr deutscher Film geworden mit vielen deutschen Fragen.


Die Schriftstellerin Petra Morsbach hat in einem preisgekrönten Buch 2006 Reich-Ranickis „Mein Leben“ brillant analysiert und kommt zu dem Schluss, der Autor wolle – über die Darstellung des Erlebten hinaus – seine Leser in einen „Betroffenheitsschock“ versetzen. Das dürfte auch diesem Fernsehfilm gelingen.

Nach der Vorführung äußerten Besucher, wie sie „mit angehaltenem Atem“ dagesessen hätten oder an manchen Stellen zu Tränen gerührt gewesen seien. Dabei trägt der Film nicht allzu dick auf. Doch er perpetuiert den Mythos MRR, der da lautet: Dieser Mann hat im Ghetto Goethe hochgehalten, er hat – ausgerechnet im zerstörten Polen – nach dem Krieg den guten Namen Deutschlands verteidigt (unter dem wenig taktvollen Verweis auf Marx und Engels, doch diese in „Mein Leben“ geschilderte Szene bricht im Film in der Mitte ab). Das Opfer der Deutschen, das zu ihrem Wohltäter wurde: Auf einem höheren moralischen Sockel kann man nicht stehen.

Schon früh hatte der WDR als Koproduzent auf seiner Internetseite angekündigt, Matthias Schweighöfer spiele Reich-Ranicki im Alter von 16 bis 24 und dann von 29 bis 38 Jahren. Die Jahre dazwischen sind ein weißer Fleck. Es sind die Jahre 1944 bis 1949, als Reich (später Ranicki) im polnischen Sicherheitsministerium Karriere macht. Als er von diesem ausgeschlossen wird, wird er von einem verhörenden Offizier über sein Leben ausgefragt. Die Filmemacher haben das als Rahmen genommen und zwischen Verhörfragmenten Sequenzen aus früheren Jahren eingefügt. Hier sind dann in der Tat Abweichungen zu sehen: Nicht nur gegenüber dem, was polnische Archivalien und andere Quellen erzählen, selbst gegenüber „Mein Leben“. Der verhörende Offizier hält seinem gestürzten Kollegen Ranicki vor, er habe auf dem Gipfel seiner Karriere (als polnischer Konsul und Geheimdienstresident in London) „antikommunistische Umtriebe“ gepflegt. Dass er im stalinistischen Apparat ein Dissident gewesen sei: So weit ist Reich-Ranicki nicht einmal in seiner Autobiografie gegangen. Zwar hatte er in London einen Schwager, der später trotzkistischer Neigungen verdächtigt wurde, doch spielt dieses Thema bei Ranickis Absetzung eine Nebenrolle. Aus polnischen Quellen geht dagegen hervor, dass das ganze Agentennetz, dessen Kopf Ranicki in London war, durch Enttarnungen und „Seitenwechsel“ von Mitarbeitern zu zerreißen drohte. In einem Dokument erwog Geheimdienstchef General Komar auch die Abberufung Ranickis. Doch an seiner Linientreue hegte man keine Zweifel. Im weiteren Verlauf des Films zeigt sich der verhörende Stasi-Offizier immer weicher und menschlicher. Am Ende folgt er dem für zwei Wochen arretierten Ranicki in dessen Zelle, um ihn aufgewühlt zu fragen: „Gab es irgendwann einen nichtjüdischen Polen, der euch geholfen hat. Für mich ist das sehr wichtig.“ Schon Ghetto-Chronist Ringelblum schätzte, dass etwa 60.000 Warschauer direkt am Verstecken (Ernähren, Beschützen) von Juden in der Stadt beteiligt waren, und jeder Pole müsste zumindest eine Ahnung davon gehabt haben. So verbeugt sich der Stasi-Offizier, der Anwalt des (Kino-)Publikums, gemeinsam mit uns, den Zuschauern, vor der Holocaust-Erzählung Reich-Ranickis und bedankt sich am Ende recht artig, dass er ihm zuhören durfte. Leben und Arbeit im Ghetto, Flucht, Versteck, eine rote Karriere und ihr jähes Ende, Übersiedlung nach Deutschland – nach jedem Bruch musste Reich-Ranicki sein Leben neu erzählen und jedes Mal anders als beim vorigen Mal. Zu viele Leben in einem Leben, um es ein für allemal, gleichsam in einer kanonischen Fassung, zu erzählen. Immerhin, die Arbeit am Film hat Freude bereitet: Schweighöfer bekannte auf der Pressekonferenz, bei den Reich-Ranickis Eierkuchen essen zu dürfen sei einfach „geil“ gewesen.

Quelle: spiege online