Angebliche Erreger-Quelle


Kein Ehec-Befund in Lübecker Lokal

Die Ehec-Spur führte in ein Restaurant nach Lübeck – doch war es auch die Richtige? Nun hat sich der betroffene Gastwirt erstmals geäußert: Er könne zwar nicht ausschließen, dass der Darmkeim aus seinem Lokal stamme, aber die Proben hätten bislang nichts ergeben.

ehec, EHEC, Bakterium, Erreger, HUS, krank, Epidemie, Infektion, Gurken, Virus, Deutschland, MedizinerKüchenchef Frank Michel: „Wir sind als Restaurant selbst Endverbraucher“© Jens Büttner/DPA

Das Lübecker Lokal, das ins Visier der Ehec-Fahnder geraten ist, wurde nach Angaben des Betreibers bereits ohne Befund von den Gesundheitsbehörden untersucht. Von den Mitarbeitern stünden allerdings noch die Ergebnisse von Stuhlproben aus, die alle hätten abgeben müssen, sagte Gastronom Joachim Berger den ZDF-„heute“-Nachrichten. Berger schließt aber nicht aus, dass er eine verseuchte Lieferung erhalten haben könnte. Seine Ware komme über von einem Zwischenhändler aus Mölln, der wiederum von einem Großhändler aus Hamburg beliefert wird, sagte der Gastronom weiter.

„Wir sind als Restaurant selbst Endverbraucher und von unseren Lieferanten abhängig“, sagte Küchenchef Frank Michel der Nachrichtenagentur DPA. Anfang der Woche habe das Gesundheitsamt Lübeck unter anderem das Lokal sowie andere Gaststätten Lübecks kontrolliert. Dabei erfuhr er auch von dem Ehec-Verdacht. Geprüft wurden Hygiene- und Reinigungspläne sowie Lieferwege, so Michel, der auch darauf hinwies, dass die Belegschaft mit demselben Essen wie die Gäste werde, und niemand sei erkrankt.

Mindestens vier Gewerkschafter sind schwer erkrankt

Die „Lübecker Nachrichten“hatten von dem Verdacht gegen das Lokal berichtet. Laut der Zeitung sollen sich 17 Patienten in der namentlich nicht genannten Gaststätte infiziert haben. Der Mikrobiologe Werner Solbach vom Universitätsklinikum Lübeck wurde mit den Worten zitiert, das Restaurant treffe keine Schuld. „Allerdings kann die Lieferantenkette möglicherweise den entscheidenden Hinweis geben, wie der Erreger in Umlauf gekommen ist.“

Von der Erkrankungswelle ist auch eine Gruppe der Deutschen Steuergewerkschaft betroffen. Den „Lübecker Nachrichten“ zufolge, besuchten die Betroffenen das Restaurant zwischen dem 12. und dem 14. Mai. „Bemerkenswert ist, dass es sich bei den Erkrankten um Teilnehmer unterschiedlicher Gruppen handelt“, sagte der Mikrobiologe dem Blatt. Der Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft für die Finanzverwaltung, Dieter Ondracek, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass vier Mitglieder der Gruppe schwer erkrankt seien. Eine 48-Jährige aus Nordrhein-Westfalen sei an der Infektion gestorben, so Ondracek.

Das Kieler Landwirtschaftsministerium allerdings hat den Bericht als überzogen bezeichnet. „Wir haben keine heiße Spur“, sagte Ministeriumssprecher Christian Seyfert. Die Ergebnisse der Untersuchungen von Mitarbeitern des Robert Koch-Instituts (RKI) in Lübeck lägen bislang nicht vor.

Verdacht gegen Hafengeburtstag nicht plausibel

Das Magazin „Focus“ wiederum berichtet, der Ausbruch der Epidemie falle womöglich mit dem Hamburger Hafengeburtstag Anfang Mai zusammen. Diese These werde intern beim RKI favorisiert, schreibt das Blatt unter Berufung auf RKI-Kreise. Etwa 1,5 Millionen Menschen hatten das Hafenfest vom 6. bis 8. Mai besucht. Etwa eine Woche später wurden laut „Focus“ im Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf die ersten Patienten mit Durchfallerkrankungen registriert. Die Gesundheitsbehörde der Hansestadt aber glaubt genau das nicht. Die Experten des RKI hätten bereits vor zehn Tagen dem Amt mitgeteilt, dass eine Infektion beim Hafenfest „sehr unwahrscheinlich“ sei, wie ein Behördensprecher sagte. Denn bei einer durchschnittlichen Inkubationszeit von drei bis vier Tagen könne es rein zeitlich nicht als Infektionsquelle infrage kommen.

Auch das RKI selbst widerspricht: „Pressemeldungen wonach Ehec-Infektionen mit Großveranstaltungen in Verbindung gebracht werden, decken sich nicht mit den Erkenntnissen des RKI und stehen im Widerspruch zu dem epidemiologischen Profil des Ausbruchs“, teilte das Institut mit. Laut des RKI sind im Moment drei Teams im Einsatz. Die Mitarbeiter befragten in Hamburg, Lübeck und Bremen Patienten und gesunde Kontrollpersonen nach von ihnen verzehrten Lebensmitteln. Für die Studien würden Orte ausgewählt, an denen die Ergebnisse durch hohe Patientenzahlen besonders aussagekräftig sind. Insgesamt waren seit Beginn des Ausbruchs mehr als zehn RKI-Teams unterwegs.

Qelle: stern.de, supportstore.de, domain-porta24.de, sl-reseller.de

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Mittelstand im Märchenland


Ein Märchen wie es im Buche Steht!!

Der Kuss, auf den das ganze Land gewartet hat: Kate und William präsentieren...

Die Briten haben die royalen Hochzeiter William und Kate mit einem eindrucksvollen patriotischen Spektakel gefeiert. Der Jubel-Tag in London setzte ein Zeichen: Mit den beiden als Königspaar in spe wird die Monarchie direkter, menschlicher und weniger entrückt.

London – Wie wichtig den Briten eine Angelegenheit ist, kann man daran ablesen, welche Wetten bei den Buchmachern geschlossen werden. Vor der Trauung von Prinz William und Kate Middleton konnte man beispielsweise darauf setzen, dass Braut oder Bräutigam den Hochzeitsring während der Zeremonie in Westminster Abbey fallen lassen (was nicht passierte), dass Kate, wie einst Diana, die Vornamen ihres Mannes durcheinanderbringt (tat sie nicht), dass Prinz Philip während der Trauung einschläft und sein Nickerchen von Milliarden Zuschauern weltweit beobachtet wird (er blieb wach), oder dass die Queen einen gelben Hut trägt (sie tat’s) Seit Wochen hatten sich die Briten auf die royale Hochzeit vorbereitet. Einige, indem sie in London den besten Platz ausspähten und tagelang auf dem Gehweg vor Kathedrale oder Palast ausharrten, andere, indem sie den Feiertag für Partys nutzten, die ganz im Zeichen des Königshauses standen.

Kommerz gab es genug: Die Supermarktkette Waitrose verkaufte ein Brautpaar aus Lebkuchen, die Nachfrage wuchs zuletzt rapide an, Hunderte dieser essbaren Royals gingen über die Ladentheke.

Die Route, die Kate und William nach der Zeremonie mit einer mehr als 100 Jahre alten Kutsche entlangfuhren, war eine Fanmeile. Menschen campierten dort, sicherten sich bereits am Donnerstagabend die besten Plätze entlang der Absperrungen. Immer mehr kamen im Laufe des Abends, viele trotzten der Kälte, und harrten stehend aus.

Die Spannung wuchs von Stunde zu Stunde. Dazu kamen rund 5000 Straßenfeste im ganzen Land. Es war ein eindrucksvolles patriotisches Spektakel.

Die Trauung ist ein historisches Ereignis – ob man will oder nicht

Die Hochzeit ist zugleich auch Volksfest, die Briten feiern ihr Königshaus und ihre eigene Britishness. Bereits am frühren Morgen hatten sich Hunderte vor dem Goring Hotel versammelt, in dem Kate Middleton ihre letzte Nacht als unverheiratete Frau gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern verbracht hatte.

Vor Westminster Abbey stritten Zuschauer erbittert um die besten Plätze. Wer in aller Herrgottsfrühe das Haus oder Hotel verlassen hatte, um in der ersten Reihe zu stehen, wollte sich nicht um 6.30 Uhr früh mit der zweiten begnügen.

Die Menschen feiern auch Stunden nach der Hochzeit. Einige aus Überzeugung, andere, weil alle anderen es auch tun. Der Euphorie tut das keinen Abbruch.

Die Trauung ist ein historisches Ereignis, egal, ob man nun mit der königlichen Familie etwas am Hut hat oder nicht. Es geht darum, dabei zu sein, mitzufeiern, sich von der Stimmung mitreißen zu lassen. „Es ist die Trauung unseres künftigen Königs“, sagen viele. Allein deshalb sei sie von Bedeutung. Charles gilt als schmucklos, die Hochzeit mit seiner Dauergeliebten Camilla haben die Briten akzeptiert. Es war eine Kopfgeschichte.

Bei Kate ist das an diesem Tag anders. Sie ist „Little Miss Mittelstand“, nicht allen war es recht, dass der zweite in der Reihe der britischen Thronfolger die Tochter eines Self-Made-Millionärs heiratet. Es ist die Geschichte des Mädchens, das zur Prinzessin wird, vielleicht irgendwann zur Königin.

Verschwiegenheit – das schätzt die Queen

Kate und William haben in den vergangenen acht Jahren ihrer Beziehung all das richtig gemacht, was Prinz Charles und sein Bruder Andrew in den neunziger Jahren vermasselten. Von Kates Junggesellinnenabschied weiß man wenig, außer dass es „nett“ gewesen sein soll. Sarah Ferguson, geschiedene Ehefrau von Prinz Andrew, verkleidete sich seinerzeit als Polizistin und ging mit ihren Freundinnen in einen Nachtclub.

Kate und William gelten als verschwiegen, deshalb werden sie von der Queen geschätzt – und von den Briten. Sie sind alles andere als exzentrisch, in ihrem angemieteten walisischen Bauernhaus gibt es keine Bediensteten, die beiden gehen regelmäßig im örtlichen Tesco-Supermarkt einkaufen, gerne auch Tiefkühlpizza.

Sie scheinen geerdet zu sein, man kann sich über sie, aber eben auch mit ihnen freuen. Am Abend vor der Hochzeit verließ William gemeinsam mit seinem Bruder Harry das Clarence House, um mit den Fans zu sprechen. „Ich muss ja morgen nur einen Satz richtig wiederholen“, sagte William.

In einer Broschüre, die vom Palast herausgegeben wurde, bedankte sich das Paar für die „Zuneigung“ der Menschen. „Sie hat uns beide tief berührt.“ Solch persönliche Töne hört man selten aus dem Palast.

Die Menschen haben es dem Paar gedankt, mehr als eine Million Zuschauer feierten an diesem Freitag nach Angaben der Polizei in London. Prosecco hatten sie dabei und Regenschirme, doch die Buchmacher sollten auch in diesem Punkt nicht recht behalten: Es blieb trocken.

„William, du hättest besser mich genommen“

Allein 100.000 Menschen feierten beim Public-Viewing im Hyde Park. Am Ende des Gottesdienstes erhoben sich die Menschen von ihren Picknickdecken, um „God save the Queen“ zu schmettern. Inbrünstig und andächtig, ganz so, als stünden sie selbst in Westminster Abbey und nicht auf plattgetrampeltem Rasen.

Während der Trauung waren Tausende still, um den Worten des Erzbischofs von Canterbury zuzuhören. Und immer wieder das Kleid der Braut zu inspizieren – und zu kommentieren. „Very classy“, lautete das Fazit. „Sehr stilvoll“ – mit V-Ausschnitt, Ärmeln aus Spitze und langer Schleppe. Schlicht, im Stil der fünfziger Jahre. Dazu trug sie das Diadem der Queen, das 1936 bei Cartier gefertigt worden war.

Am Ende der Trauung wurden Fahnen geschwenkt, rot-weiß-blaues Konfetti schwebte am – inzwischen – blauen Himmel. „Ist das schön“, seufzte eine Frau. Eine andere hielt ein Plakat in den Händen: „William, du hättest besser mich genommen.“

Als Kate und William Westminster Abbey nach der Trauung um 12.15 Uhr verließen, brach Jubel entlang der Strecke aus. Die Spannung der vergangenen Tage entlud sich in tosendem Geschrei, Applaus, Gekreische, als die Kutsche mit dem Brautpaar vorbei fuhr. Die Fanmeile verschmolz zu einer großen La-Ola-Welle.

Auf dem Balkon des Buckingham Palastes dann schließlich der lange erwartete Kuss der beiden, eigentlich sogar zwei Küsse, 0,7 und 1,1 Sekunden lang – und damit deutlich länger als Charles und Diana vor rund 30 Jahren knutschten.

Die Ehe-Anfänger drehen eine Runde im Aston Martin

Am Nachmittag drehten die beiden schließlich noch eine Runde in einem Aston Martin entlang der Route. „Just wed“ („Frisch verheiratet“) stand auf dem Nummernschild, dazu ein „L“ für „Learner“, also „Anfänger“.

Aber die Erwartungen waren nach dem stundenlangen Warten am Hochzeitsmorgen groß, und sie wurden nicht alle erfüllt. „Sie sind ziemlich schnell vorbeigefahren“, beschwerte sich Krankenschwester Kay, 54, aus Norfolk. Sie hatte seit morgens um halb sechs an der Seite der Westminster Abbey gestanden, doch mehr als einen flüchtigen Blick auf das Paar konnte sie nicht erhaschen. In Sekundenschnelle waren Kate und Wills vorbei. Im Fernsehen hätte sie vermutlich mehr mitbekommen, aber sie versuchte, sich selbst zu trösten. „Eine königliche Hochzeit muss man mal gesehen haben“, sagte sie.

Eher kümmerlich war der Andrang beim Straßenfest der britischen Antimonarchisten von Republic. Vielleicht 700 kamen zur Party am Red Lion Square in der Londoner Innenstadt zusammen.

Die Republikaner hatten weder Fernseher noch Sekt noch Bier, aber immerhin Würstchen, Saft und Musik, und obwohl dies eindeutig nicht ihr Tag war, hatten sie trotzdem gute Laune. Eine Mutter hatte ihren Fünfjährigen in ein T-Shirt gekleidet mit dem Schriftzug: „Wenn ich groß bin, will ich Präsident werden.“ Eine andere hielt ein Schild hoch: „Prinzessinnen sind doof.“

Chefrepublikaner Graham Smith sagte, die Zahl der Unterstützer habe sich in der Zeit der Verlobung von 7000 auf 15.000 mehr als verdoppelt. Trotzdem haben die Royalisten derzeit den stärkeren Rückenwind.

„Eine wahrhaft majestätische Flotte“

Das Stimmungshoch der Monarchie-Fans dürfte auch noch eine ganze Weile anhalten, denn die Hochzeit läutet eine neue Runde von Windsor-Festspielen ein. Die stehen allerdings noch ganz im Zeichen von Pomp und Bombast. Hatte es mehrere Jahre lang gar keine Anlässe zum Feiern gegeben, so kommen sie nun geballt: Im Juni lädt Prinz Philip zum 90. Geburtstag, im Juli folgt die Hochzeit von Zara Philipps, der Enkeltochter der Queen. Im Juni 2012 dann wird das 60. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. mit einem erweiterten, viertägigen Wochenende gefeiert.

Als Höhepunkt soll eine Flotte von 1000 privaten Booten und Schiffen auf der Themse durch London segeln – mit der Queen an der Spitze. Eine „wahrhaft majestätische Flotte“ verspricht Londons Bürgermeister Boris Johnson.

Und dann ist da noch das unplanbare, aber insgeheim erwartete Ereignis, das alle anderen überschatten würde: Die Geburt des ersten Kindes von William und Kate. Bei den Buchmachern laufen bereits die Wetten.

Quelle: Spiegel.de, Supportstore.de, Sl-Reseller.de, Domain-Portal24.de

Planet Reseller und Tablets pushen die CeBIT


Messestand von Pearl im Planet Reseller auf der CeBIT
Messestand von Pearl im Planet Reseller auf der CeBIT Letzter Messetag in Hannover ist immer auch Bilanztag: Ernst Raue, Vorstand der Deutschen Messe AG und zuständig für die CeBIT, sagte: „Wir blicken auf eine gute CeBIT zurück.“ Die Zahl der Besucher läge an allen Tagen über den Zahlen des Vorjahres. Genaue Zahlen wollte er aber nicht verraten, sondern verwies auf eine Veröffentlichung nach Veranstaltungsende morgen. Maßgeblich zum Erfolg beigetragen habe der für den Fachhandel eingerichtete Bereich „Planet Reseller“ in den Halle 14 und 15. Von einer kleinen Sonderschau vor einigen Jahren hat sich dieser Bereich zu einem festen Bestandteil der Messe gemausert, der mittlerweile mehr als eine einzelne Messehalle benötigt.

Update 6. März: Minimales Besucherplus

Mittlerweile hat die Deutsche Messe AG die offizielle Besucherzahl bekannt gegeben: Insgesamt 339 000 Menschen aus 90 Ländern besuchten in diesem Jahr die CeBIT, ein Plus von 5 000 zum Vorjahr. 2010 war die Besucherzahl auf einen historischen Tiefstand von 334 000 gesunken. Nur die erste CeBIT im Jahr 1986 hatte ebenfalls 334 000 Besucher.

Nach Auskünften des Veranstalters kamen mehr als 80 Prozent der Besucher aus beruflichem Interesse, eine Zahl die wir nach unseren Beobachtungen kritisch sehen. Demnach waren schon am Mittwoch und Donnerstag und natürlich auch am Samstag zahlreiche Jugendliche und Besucher unterwegs, die augenscheinlich die CeBIT als Börse für Werbegeschenke verstanden haben. Auch der wiederholte Versuch von CeBIT und Bitkom, wieder mehr Privatkunden nach Hannover zu locken, ist angesichts des beinahe ausschließlich auf Computer-Spiele ausgerichteten Ausstellungsbereiches CeBIT Life stark verbesserungsbedürftig. Dass zudem mit Vodafone seine Ausstellung komplett auf Geschäftskunden beschränkt und am Samstag komplett geschlossen hält, ist in diesem Zusammenhang sicherlich ebenso kritisch zu beurteilen.

Tablets und Smartphones machen den Planet Reseller zum kleinen MWC

Der Planet Reseller beheimatet traditionell Hardwarehersteller und Distributoren, die sich keinen großen Stand in einer der anderen Hallen leisten wollen oder können. In 2011 konnte die Deutsche Messe AG hier die Ausstellerzahl auf 210 steigern. Für den gemeinen Leser, der die CeBIT für einen Tag besuchen will, hat der Planet Reseller aber den Nachteil, das der Zutritt auf Pressevertreter, Fachhändler, Einkäufer und Aussteller beschränkt ist. Tablets und Smartphones, die etwa erst vor kurzem auf dem Mobile World Congress in Barcelona ihre Weltpremiere gefeiert haben, wurden in in Deutschland in diesem Bereich erstmals einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt. Zu den Ausstellern in diesem Bereich zählten etwa Archos, Gigabyte und MSI Computer sowie Blackberry/RIM, Emporia und LG, Motorola, Nokia und Sony Ericsson unter dem Dach der Mobile World Distribution. LG zeigte in Halle 14 etwa sowohl die Barcelona-Neuheiten Optimus 3D-Smartphone und Optimus Pad.

teltarif.de war in den letzten Tagen vor allem in diesem Bereich unterwegs, um Ihnen einen Eindruck über die Produkte und Ausstellungsstücke im Planet Reseller zu geben:

  • 04. März 2011: Archos 70b und Hanvon HPad – eReader oder Android-Tablet?
  • 04. März 2011: Vorgestellt: Neue eBook-Reader auf der CeBIT
  • 03. März 2011: Xoom, Galaxy Tab 10.1 und Co.: Die Tablets auf der CeBIT
  • 02. März 2011: Dual-SIM-Handys von Pearl mit Android 2.2 im Hands-On
  • 02. März 2011: Set-Top-Boxen von Pearl holen Android auf den Fernseher
  • 28. Februar 2011: Multimedia-Trends auf der CeBIT 2011

Wirklich? – Deutsche Messe: „CeBIT ist stark in der Wolke“

Passend zum diesjährigen Schwerpunktthema „Work and Life with the Cloud“ wies die Deutsche Messe AG auch auf die eigene Stärke im Internet hin. Ernst Raue: „Zusammen mit den Ausstellern und Besuchern vor Ort bilden wir Anfang März vielleicht die größte Community im Internet.“ Die Deutsche Messe AG verkaufe hier nicht nur Hallenboden in Hannover, sondern biete über cebit.de das komplette Jahr über eine interessante Anlaufstelle für Besucher, Kunden und Interessenten. Neben ähnlich allgemeinen Ausführungen zum CeBIT-Geschäft konnte oder wollte sich die Deutsche Messe AG allerdings nicht weiter zu eigenen Aktivitäten in der Cloud und deren Beitrag zum Unternehmenserfolg äußern. Augenscheinlich werden hier aller Verlautbarungen zum Trotz noch nahezu alle Einnahmen mit Dienstleistungen rund um die Messe vor Ort erzielt.

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Nicht nur der Veranstalter der CeBIT auch der Informationstechnologie-Branchenverband Bitkom zog eine positive Bilanz. Die Mehrheit der rund 4 200 Aussteller habe volle Auftragsbücher und freue sich auf das Nach-Messe-Geschäft, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer in Hannover. Die meisten Aussteller äußerten sich nach Angaben des Verbandes Bitkom äußerst positiv. „Die Cebit hat der starken Konjunktur zusätzlichen Rückenwind gegeben“, urteilte Scheer. Der Bitkom erwarte für 2011 etwa zwei Prozent Wachstum für Informations- und Kommunikationstechnik in Deutschland und die gleiche Wachstumsrate auch im kommenden Jahr.

Quelle:Teletarif.de, tarif-dienst.de, supportstore.de, sl-reseller.de, domain-portal24.de

Die Angst vor der atomaren Katastrophe bleibt


Mehrere Atomkraftwerke in Japan mit Probleme

Nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami ist die Gefahr einer atomaren Katastrophe weiterhin nicht gebannt. Vier Atomkraftwerke in Japan melden inzwischen Probleme. Widersprüchliche Informationen über eine Kernschmelze gibt es aus der schwer beschädigten Anlage Fukushima. Regierungssprecher Yukio Edano widersprach seinen eigenen Angaben. Zunächst schloss er eine „geringe Kernschmelze“ im Reaktor 3 nicht aus. Stunden später kam das Dementi: Es habe im Reaktor 3 am Sonntag keine Kernschmelze stattgefunden. Radioaktive Strahlungswerte im Kraftwerk überschritten zwar die zugelassenen Werte, doch Edano versicherte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.

Wie bereits am Reaktor Nummer 1 sei zwar die Kühlfunktion ausgefallen. Dadurch sei das Kühlwasser zurückgegangen – durch Salzwasserzufuhr seien die Brennstoffstäbe aber inzwischen wieder im Wasser. Edano sagte weiter, es könne allerdings sein, dass sich dadurch Wasserstoff unter dem Dach angesammelt habe. Doch selbst wenn es wie beim Reaktor Nummer 1 zur Explosion komme, könne der Reaktor dem widerstehen. Neue Evakuierungsmaßnahmen seien nicht nötig.

Kernschmelze im Reaktor 1 wahrscheinlich

Dass es im Reaktor 1 gestern schon zu einer Kernschmelze kam, hält die Atomsicherheitsbehörde für sehr wahrscheinlich. Klarheit gibt es allerdings nicht. Regierungssprecher Edano sagte, man wisse nicht, ob es dazu gekommen sei. Derweil gehen auch in Block Nummer 1 des Atomkraftwerks Fukushima I die Arbeiten weiter. Experten pumpen ein Meerwasser-Bor-Gemisch in die Anlage, um sie zu kühlen. In dem Block hatte es gestern eine Explosion gegeben. Dabei wurde ein Teil des Gebäudes zerstört. Laut Betreiberfirma TEPCO wurde dabei aber der innere Reaktorbehälter nicht beschädigt. Auch im wenige Kilometer entfernten Atomkraftwerk Fukushima II gibt es in drei Reaktoren Probleme mit den Kühlsystemen. Beide AKW liegen zwölf Kilometer entfernt voneinander und rund 240 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio.

Für weiteres Atomkraftwerk gilt nuklearer Notstand

Ein Mann wird auf erhöhte Strahlenwerte kontrolliert.  (Foto: dapd)
Unterdessen riefen die Behörden den nuklearen Notstand für ein weiteres Atomkraftwerk aus. Für das Kraftwerk Onagawa in der benachbarten nordöstlichen Provinz Miyagi sei wegen überhöhter Werte von Radioaktivität die niedrigste Notstandsstufe erklärt worden, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mit. Zuvor hatten Atomexperten in der Region eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal gemessen. Die massiv erhöhten Strahlenwerte meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tohoku.

Kühl-Probleme auch im AKW Tokai

Sorgen bereiten auch Meldungen aus einem vierten Atomkraftwerk: Im AKW Tokai an der Ostküste südlich von Fukushima gibt es offenbar Probleme mit der Kühlung. Wie der Betreiber, die Japan Atomic Power Company, mitteilte, sei die Reparatur des Kühlsystems im Gange. Eine Kühlpumpe sei ausgefallen, eine Zusatzpumpe arbeite jedoch und kühle den Reaktor. Die Anlage befindet sich rund 120 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio und hatte sich bei dem Beben am Freitag automatisch abgeschaltet.

Karte Japan mit Tokio

Untersuchung auf Strahlenbelastung

Aus Angst vor einer drohenden Atom-Katastrophe brachten die japanischen Behörden mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit – vor allem rund um die Anlagen Fukushima I und II mussten die Menschen ihre Häuser verlassen. Für Fukushima I gilt ein Umkreis von 20 Kilometern, für Fukushima II von zehn Kilometern. Regierungssprecher Edano kündigte an, dass Zentren eingerichtet würden, in denen sich die Bürger auf Strahlungsbelastung untersuchen lassen könnten und sie gegebenenfalls mit Medikamenten versorgt werden. Zuvor war in japanischen Medien berichtet worden, drei Anwohner von Fukushima I seien verstrahlt worden. Über ihren Gesundheitszustand wurde nichts Genaueres bekannt. Die Behörden der Region Fukushima teilten dem japanischen Sender NHK zufolge mit, es seien weitere 19 Personen einer Strahlenbelastung ausgesetzt worden. Die IAEA hatte bekannt gegeben, dass in der Umgebung des betroffenen Atomkraftwerks die Ausgabe von Jod vorbereitet wird. Die Tabletten werden eingenommen, damit sich in den Schilddrüsen kein radioaktiv belastetes Jod ansammeln kann.

Die Atomanlage Fukushima:

Der Komplex des Atomkraftwerks Fukushima ist einer der größten in Japan.

Das Kraftwerk Fukushima I (Daiichi) besteht insgesamt aus sechs Siedewasserreaktoren. Fukushima I war vor 40 Jahren ans Netz gegangen. Das Werk Fukushima II (Daini) mit vier Siedewasserreaktoren nahm den Betrieb im April 1982 auf. Beide sind etwa zwölf Kilometer voneinander entfernt und liegen am Meer.
Fukushima I wurde von dem Erdbeben am schlimmsten betroffen. Ein derzeitiger Problemreaktor, Reaktor 1, ist der älteste der derzeit sechs Reaktorblöcke. Er stand nach Angaben aus einer internationalen AKW-Datenbank kurz vor der Stilllegung; eine Datenbank des Forschungszentrums Nuclear Training Centre (ICJT) in Slowenien nennt als „erwartetes Datum der Stilllegung“ den März 2011. Neben Reaktor 1 bereitet auch Reaktor 3 Probleme – in beiden sind die Kühlsysteme ausgefallen. Die sechs Reaktoren in Fukushima I haben eine Nennleistung von zusammen über 4000 Megawatt Strom. Das ist gut ein Drittel mehr als die größte deutschen Anlage Gundremmingen. Siedewasserreaktoren in Deutschland haben die Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Philippsburg.

Katastrophe wie in Japan in Deutschland möglich ?


Laut den AKW-Betreibern ist eine Katastrophe, wie die in Japan in Deutschland nicht möglich. Nach dem schweren Erdbeben droht in einem Atomkraftwerk Japans nun die Kernschmelze. Die Atomkraftwerke in Deutschland könnten jedoch auch einem starken Erdbeben standhalten.
Eine Katastrophe wie im japanischen Atomkraftwerk Fukushima kann sich in Deutschland nach Angaben der AKW-Betreiber so nicht ereignen. „Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar“, erklärte das Atomforum, in dem die Kraftwerksbetreiber zusammengeschlossen sind, am Samstag. Die deutschen AKW seien so ausgerichtet, dass sie auch starken Erdbeben widerstehen könnten. Die deutschen Betreiber würden die Vorkommnisse in Japan auswerten, sobald die hierfür notwendigen gesicherten Erkenntnisse vorlägen.
Das Atomkraftwerk Fukushima 1 war bei dem schwersten Erdbeben in der Geschichte Japans am Freitag stark beschädigt worden. Die Kühlung fiel aus, dadurch droht eine Kernschmelze. Nach der Explosion der Beton-Außenhülle des Reaktors trat am Samstag radioaktive Strahlung aus. Wir müssen die technischen Vorgänge in den japanischen Kernkraftwerken auf Basis gesicherte Erkenntnisse analysieren und uns dann fragen, welche Konsequenzen wir aus diesen Geschehnissen für unsere Kernkraftwerke ziehen“, sagt der Chef des AKW-Betreibers EnBW, Hans-Peter Villis, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. EnBW stehe in intensivem weltweitem Austausch mit anderen AKW-Betreibern, um die Geschehnisse in Japan fortlaufend zu bewerten. Villis kritisierte das erneute Aufkeimen einer Atomdebatte. „Eine politische Diskussion in Deutschland um die Zukunft der Kernkraft hilft weder den Menschen in Japan, noch kann sie aufgrund der noch ungesicherten Fakten jetzt technisch fundiert geführt werden.“ E.ON und RWE wollten sich zu den Ereignissen in Japan nicht äußern und verwiesen auf die Erklärung des Atomforums, dessen Mitglieder E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall sind.

Nach der Terrorwarnung “ Wenn am Bahnhof die Gitter runtergehen „


Die Terrorwarnung von Innenminister de Maizière und ihre Folgen: In München verstärkt die Polizei die Kontrollen sichtbar – und sperrt den Bahnhof teilweise ab.

Um 15.18 Uhr gingen die stählernen Rolltore an den Seiteneingängen des Hauptbahnhofs hinunter. Und dort sollen sie bis auf weiteres auch bleiben. Denn die akute Terrorgefahr, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Mittwochmittag für das gesamte Bundesgebiet öffentlich gemacht hatte, hat auch für den Großraum München sichtbare Folgen. Neben dem Hauptbahnhof soll auch der Münchner Flughafen verstärkt kontrolliert werden. An den Bahnhöfen in Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt und Ansbach sind ebenfalls verstärkte Kontrollen geplant.

Sicherheitsvorkehrungen am Muenchner Hauptbahnhof Bild vergrößernAm Münchner Hauptbahnhof werden die Sicherheitsmaßnahmen massiv verschärft – am Nachmittag werden die Rolltore an den Seiteneingängen heruntergelassen. (© dapd) 

In München hat die Inspektion der Bundespolizei ihre Kräfte umverteilt, 75 Beamte sind derzeit im Gebiet des S-Bahn-Netzes eingesetzt, Verstärkung ist bereits angefordert. Am Hauptbahnhof waren uniformierte Beamte an den Eingängen postiert, die durch die heruntergelassenen Rolltore verengt wurden. An diesen Eingängen kontrollierten die Beamten Reisende, die in eine bestimmtes Profil passen. Sie ließen sich Reisedokumente und Taschen zeigen. Auch Sprengstoffhunde seien im Einsatz sowie Schutzhunde, die gegen gewalttätige Störer eingreifen könnten, sagte der Münchner Inspektionsleiter Jürgen Vanselow. Zudem werde an Metalldetektoren an den verengten Zugängen gedacht. Deutlicher zeigen will sich die Bundespolizei auch an weiteren S-Bahnhöfen und in den Zügen.

Verstärkt wird die Bundespolizei durch Zivilkräfte, durch die Landespolizei, die Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn und auch die Berufsfeuerwehr. Diese hat angeboten, beim Auffinden gefährlicher Chemikalien zu helfen. „Einhundertprozentige Sicherheit gibt es aber nur im Himmel“, sagte Vanselow. Angst müsse dennoch niemand haben. Ein Sprecher der Bundespolizei betonte, dass die Terrorgefahr in München derzeit nicht höher sei als in anderen Großstädten im Bundesgebiet.

Herrmann: Kein Anlass, in Panik zu verfallen

„Wir sind zurzeit noch wachsamer, als wir es ohnehin schon sind“, sagte Matthias Knott, Sprecher der Bundespolizei am Münchner Flughafen. Sichtbar ist die erhöhte Aufmerksamkeit der Beamten durch ihre Ausstattung. Sie patrouillieren derzeit mit zusätzlichen Schutzwesten und Maschinenpistolen über das Flughafengelände. Über weitere Maßnahmen wollte sich Knott nicht äußern. Man will möglichen Attentätern keine Hinweise geben, wie das Sicherheitssystem am Flughafen zu knacken ist. Bei der Lufthansa würden seit den Anschlägen vom 11. September ohnehin die höchsten Sicherstandards gelten, die es seit Bestehen der Luftfahrt gebe, betonte Sprecherin Bettina Rittberger. „Und dieser Level ist auch nie wieder abgesenkt worden“. Dazu gehöre beispielsweise, dass Koffer eines Passagiers, der eingecheckt, aber nicht im Flugzeug erschienen sei, sofort wieder ausgeladen würden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, die Bedrohung müsse ernst genommen werden, es gebe jedoch keinen Anlass „in Panik und Angst zu verfallen“. Nach Herrmanns Worten gibt es keine konkreten Hinweise, dass es mögliche Attentäter auf die Weihnachtsmärkte abgesehen hätten. „Es gibt keinen Anlass, Veranstaltungen zu meiden oder abzusagen“, sagte Herrmann.

Peter Dathe, Präsident des Bayerischen Landeskriminalamtes, ist von der Einschätzung der Bedrohungslage nicht überrascht. Die Paketbomben in der Luftfracht, die Erkenntnisse der Nachrichtendienste sowie die verstärkte Aus- und Einreisetätigkeit in Richtung Afghanistan ließen Schlüsse auf einen geplanten Terrorakt zu. „Das Grundrauschen wird immer stärker“, so Dathe.

Der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer kündigte verstärkte Überwachungsmaßnahmen an. Bislang gebe es aber keine Erkenntnisse, dass sich Teilnehmer aus Terrorlagern in München aufhielten.

Quelle: sueddeutsche.de, supportstore.de, sl-reseller.de, domain-portal24.de

Nach den Terrorwarnungen „Polizei sind in Lauerstellung“


Berlin, Hamburg, München – laut Sicherheitsbehörden ist dort die Anschlagsgefahr am größten. Doch die meisten Menschen nehmen es gelassen – auch wenn die schwerbewaffneten Polizisten nur stichprobenartig kontrollieren.

Für Stefan Leisz ist der Terror greifbar. Schließlich könnte es jederzeit passieren, dass er ihn auf seinen blauroten Gepäckwagen lädt, auf den er sich gerade aufstützt. Mit nachdenklichem Gesicht steht Leisz an Gleis 25 des Münchner Hauptbahnhofs. „Gepäckservice“ ist auf seinen Blaumann gestickt. Seit zwei Jahren ist Leisz, 44, der Mann fürs Gepäck. Und wenn er an diesem Morgen zum Bahnhofseingang an der Arnulfstraße schaut, sieht er die Stadt durch metallene Raster.

Sicherheitsvorkehrungen am Hauptbahnhof Dresden Bild vergrößernAn Flughäfen und Bahnhöfen haben die Sicherheitskräfte die Kontrollen massiv verstärkt. (© dapd)

Seit Mittwoch hat die Bundespolizei Rolltore heruntergelassen, um die Eingänge zu verengen, hat dort Beamte in schusssicheren Westen postiert, die schwerer bewaffnet sind als üblich. Sie sollen Reisenden, aber auch Menschen wie Stefan Leisz Sicherheit geben. Doch sicher fühlt der sich nicht, im Gegenteil. Seit Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Mittwoch vor einer akuten Bedrohung gewarnt hat und seit die Polizei sich so deutlich zeigt, ist auch Leisz verunsichert. „Ich mache mir schon Gedanken“, sagt er. Wer wisse schon, was er da transportiere in den vielen Taschen und Koffern, die er jeden Tag auf seinen Gepäckwagen hievt. Wenn er ein herrenloses Gepäckstück sehe, sei er jedenfalls „sehr vorsichtig“. Dass die Polizei ihn schützen könnte, glaubt er nicht. Doch nicht viele Münchner sind so besorgt wie Leisz. Sie nehmen kaum Notiz von den Schwerbewaffneten, die paarweise durch die Bahnhofshalle patrouillieren. Auch Zivilstreifen sind unterwegs. Ein Lokführer wartet an Gleis 23 auf seinen Einsatz. Ob er Angst hat? „So schlimm ist es nicht“, sagt er kurz und klingt ebenso gelassen wie die Mitarbeiter bei den Schließfächern. „Wenn ich zu Hause aus der Tür und über die Straße gehe, ist das gefährlicher“, sagt einer von ihnen. „Wir sind aber schon in Lauerstellung“, ein anderer. Der Münchner Hauptbahnhof ist keine Festung. Während durch den Wareneingang Stapel von Paketen, Getränkekisten, Speisen angeliefert und in den Bahnhof gerollt werden, kontrollieren Polizisten einzelne Reisende. Es ist nicht mehr als eine Stichprobe: Ein Mann aus Nordafrika und seine Begleiterin müssen ihre Papiere vorzeigen, die Beamten prüfen die Identität des Mannes, dann darf das Paar weiter zum Zug. Währenddessen sind Dutzende Passanten an den Polizisten vorbeigezogen. Terrorangst ist unter den Passanten am Donnerstag nicht zu spüren: Nicht in der U-Bahn im Berufsverkehr, nicht am Marienplatz, und auch nicht am Flughafen, wo in der Nacht zuvor um 0:40 Uhr 296 Passagiere eines Air-Berlin-Fluges aus dem namibischen Windhuk gelandet waren. Dort hatte die Polizei ein verdächtiges Gepäckstück aus dem Verkehr gezogen, das offenbar in den Flieger nach München verladen werden sollte. Beim Durchleuchten des Gepäckstücks seien Batterien sichtbar geworden, die laut Bundeskriminalamt über Kabel mit einem Zünder und einer laufenden Uhr verbunden waren, wohl auch mit einem Sprengsatz. Das BKA überprüfte noch in der Nacht die Passagiere. Am Münchner Flughafen geht dennoch alles weitgehend seinen gewohnten Gang. Die Sicherheitsleute kontrollieren Reisende und ihr Handgepäck gründlich, aber nicht gründlicher als an normalen Tagen. Kein Hinweis warnt vor erhöhter Terrorgefahr. Ein einsamer Bildschirm zeigt Nachrichten des Senders N24, „Deutschland in Terrorangst“, steht dort grell-orange geschrieben. Von den Reisenden dreht niemand den Kopf oder bleibt stehen. Täten sie es, sie würden hören, wie ein Experte sagt: „Die Gefahr, in Deutschland vom Blitz getroffen zu werden, ist größer, als Opfer eines Terroranschlages zu werden.“

Flughafensicherheit ließe sich leicht verbessern

So würde das wohl auch Birgit Baier formulieren. Seit 20 Jahren arbeitet sie am Flughafen, sie sitzt am Service-Schalter in der Abflughalle des Terminals 1. „Ich habe keine Angst“, sagt sie. „Wenn man die Zeitungen aufschlägt, ist alles voll von Krieg und Terror“, sagt sie, „aber ich habe Vertrauen, dass nichts passiert.“ Dass die Polizei sich an Flughäfen und anderen Verkehrsknotenpunkten in den kommenden Wochen deutlicher zeigen will, gibt Baier keine Sicherheit. Wer einen Anschlag verüben wolle, der lasse sich davon nicht beeindrucken, glaubt sie.

Ähnlich sieht das auch Steffen Baumann. Genauso lange wie Baier arbeitet er am Flughafen, früher hat er Koffer verladen, jetzt kümmert er sich um Sperrgepäck. Für seine Arbeit brauche er eine gute Menschenkenntnis, sagt er; er wisse, bei welchen Gepäckstücken er genauer hinschauen müsse. „Man muss die Leute mit Vorsicht genießen.“ Die Sicherheit am Flughafen ließe sich indes leicht verbessern, findet er.

In Chiang Mai in Thailand hat er kürzlich erlebt, dass nur diejenigen in den Flughafen durften, die ein Ticket besaßen und die schon am Eingang ihr Gepäck durchleuchten ließen. Das würde er sich auch für München wünschen.

Der Mann und die Frau mit den dunkelblauen Overalls, den Schusswesten und umgehängten Maschinenpistolen sehen das naturgemäß anders. Sie ziehen ihre Runden durch die Schalterhalle, in der Baier und Baumann sitzen. Für die beiden Bundespolizisten ist der Einsatz Routine, sagen sie. „Es ist unsere Aufgabe und Arbeit, die Passagiere zu schützen“, sagt der Mann. Niemand habe sie darauf angesprochen, dass sie an diesem Tag schwerer bewaffnet auftreten als üblich: „Die Leute sind einfach so mit sich selbst beschäftigt, dass es ihnen gar nicht auffällt.

Quelle: sueddeutsche.de, supportstore.de, sl-reseller.de, domain-portal24.de