Ferrari zockt falsch, Vettel Weltmeister


Ferrari pokert falsch, Vettel Weltmeister!

xpb.cc

Sechs Jahre nach Michael Schumacher hat Deutschland wieder einen Weltmeister: Sebastian Vettel gewinnt in Abu Dhabi, Fernando Alonso nur Siebter

Von den McLaren-Piloten flankiert feierte Sebastian Vettel auf dem Podium

Von wegen war es ein Fehler, dass Red Bull keine Stallorder zugunsten von Mark Webber ausgesprochen hat: In einem wenig actionreichen, aber dafür strategisch umso interessanteren Grand Prix von Abu Dhabi sicherte sich Sebastian Vettel heute nicht nur den Sieg, sondern auch den ersten deutschen Fahrer-WM-Titel seit Michael Schumacher im Jahr 2004!

Fotos: Großer Preis von Abu Dhabi

„Danke, Jungs – das ist unglaublich! Ich liebe euch“, schluchzte Vettel unter Tränen, als er nach genau 1:39:36.837 Stunden und 55 Runden die Ziellinie auf dem Yas-Marina-Circuit überquerte und sich damit seinen großen Lebenstraum erfüllte. Sprachlos auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, der in der ersten Emotion gar nicht sprechen konnte und eine TV-Reporterin vertröstete: „Komm in fünf Minuten wieder!“ So viel Gänsehaut gab es in der Formel 1 schon lange nicht mehr!

Fotos: Großer Preis von Abu Dhabi
Rennergebnis
Abu Dhabi: Ricciardo mit Fabelzeit zum Abschluss

Überall Jubel und Tränen bei Red Bull

Für Mateschitz war die ganze Situation „zu aufregend“, als er sich dann doch den TV-Reportern stellte: „Es ist wirklich gewaltig gewesen. Wahrscheinlich kommen wir erst morgen drauf, wie das war. Lasst’s mich in Ruhe drüber nachdenken“, stammelte der medienscheue Milliardär und betonte: „Sebastian ist unglaublich, er ist eine gewaltige Saison gefahren.“ Und auch Vater Norbert Vettel rang mit den Tränen: „Er hat’s gepackt! Einfach super.“

Häkkinen lässt an Schumacher kein gutes Haar

Nach einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen wurde der Wunsch von Vettel sen. erhört: „Irgendwann muss er doch auch mal Glück haben!“ Diesbezüglich half Ferrari mit einer taktischen Fehlentscheidung ein wenig nach, aber Vettel lieferte seinen Part absolut makellos ab, dominierte Qualifying und Rennen von der ersten bis zur letzten Runde und holte sich bei der Siegerehrung gemeinsam mit seinem Förderer Helmut Marko die Pokale ab.

Der nunmehr jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten machte vom Start weg alles richtig: Als die Lichter der Ampel ausgingen, kam zwar Lewis Hamilton (McLaren) marginal besser von der Linie weg, aber Vettel zog von außen entschlossen in die erste Kurve hinein und verteidigte seine Pole-Position letztendlich doch souverän. Dahinter blieb zunächst alles ruhig, aber Fernando Alonso (Ferrari) büßte eine Position gegen Jenson Button (McLaren) ein.

Von Anfang an ein perfektes Rennen

Vettel und Hamilton setzten sich von Anfang an leicht von den Verfolgern ab, aber die WM-Entscheidung passierte dahinter. Denn Mark Webber (Red Bull) kam an fünfter Stelle liegend nicht einmal annähernd an Alonso vorbei und musste etwas ausprobieren, um seine Titelchancen zu wahren. Also holte ihn das Team schon in der elften Runde an die Box – was im Nachhinein betrachtet eine Kettenreaktion zu Vettels Gunsten auslöste.

Denn aus Angst, dass Webber mit frischen Bridgestone-Mediums die entscheidenden Sekunden gutmachen könnte, um an Alonso vorbeizukommen, reagierte Ferrari und stoppte in der 13. (Felipe Massa) beziehungsweise 15. Runde (Alonso) ebenfalls. „Wir haben uns entschieden, Webber zu covern“, nimmt Alonso seinen Kommandostand, der mit dem frühen Boxenstopp die ausschlaggebende Fehlentscheidung getroffen hat, in Schutz.

Alonso ein fairer Verlierer

„Es war kein einfaches Rennen für uns, schon am Start habe ich eine Position gegen Button verloren“, seufzt Alonso, der seine Crew aber in Schutz nimmt: „Wir haben uns halt entschieden, Webber zu covern.“ Das Problem daran: Alonso kam hinter Nico Rosberg (Mercedes) und vor allem Vitaly Petrov (Renault) wieder auf die Strecke, die ihren Reifenwechsel schon während der Safety-Car-Phase zu Beginn absolviert hatten und damit echte Positionsgegner waren.

„Ich kam nicht an Petrov vorbei, weil ich nicht genug Topspeed hatte“, seufzt der Spanier. Alonso lag boxenstoppbereinigt an sechster Stelle im Rennen, später sogar nur noch an siebter, weil Robert Kubica (Renault) durch einen extrem langen ersten Stint Positionen gewann. Um Weltmeister zu werden, wäre aber Platz vier erforderlich gewesen! „Ich weiß, du gibst dein Bestes, aber es ist entscheidend, dass du überholst“, funkte Alonso-Renningenieur Andrea Stella.

Es reichte nicht. „So ist der Sport. Ich gratuliere Sebastian zum WM-Titel“, zeigt sich der Ferrari-Pilot aber als fairer Verlierer. Auch Webber, der hinter Alonso ein zahnloses Rennen fuhr, gesteht fair und sportlich: „Ich war in den entscheidenden Momenten nicht schnell genug. Nach dem Qualifying war es schwierig, aber was soll’s? Die Weltmeisterschaft ist vorbei. Wir alle haben irgendwann geführt, aber Seb führt zum richtigen Zeitpunkt, nämlich am Ende.“

WM-Führung im richtigen Moment

Unglaublich, aber wahr: Fünf Fahrer führten lagen in der Fahrer-WM 2010 in Führung, nur Vettel nicht – aber ausgerechnet beim Saisonfinale drehte er den Spieß um! „Ich habe diese Weltmeisterschaft nur einmal angeführt, aber genau jetzt zählt es“, jubelt der 23-Jährige. „Ich bin ein bisschen sprachlos. Es war eine unglaubliche Saison für mich und uns alle, physisch wie mental. Wir haben immer an uns geglaubt, ich habe immer an mich geglaubt. Heute ist ein besonderer Tag!“

Vettel kam in Runde 24, einen Umlauf nach Verfolger Hamilton, an die Box – und hatte Riesenglück, dass er nicht nur vor dem Briten, sondern auch vor Kamui Kobayashi (Sauber) und Kubica auf die Strecke zurückkam. Der Red-Bull-Pilot vergrößerte seinen Vorsprung trotz Problemen mit dem Boxenfunk auf über zehn Sekunden und fuhr den Sieg anschließend sicher ins Ziel. Damit war sein Teil der Mission einmal erledigt.

Trotzdem stand er bei der Zieldurchfahrt noch nicht definitiv als Champion fest: „Die Zieldurchfahrt war der erste Schritt, aber erst als der Vierte durchgefahren ist, war ich erleichtert“, berichtet Motorsportkonsulent Marko, und Vettel selbst bestätigt: „Das ganze Rennen lang wusste ich nicht, wo die anderen sind, und ich habe immer versucht, das komplett auszublenden. Ganz ehrlich: Erst als ‚Rocky‘ nach der Zieldurchfahrt ‚Weltmeister‘ gebrüllt hat, wusste ich Bescheid.“

Clevere Strategie von Rosberg

Hinter Vettel kamen die beiden McLaren-Piloten auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel, wobei Button einen langen ersten Stint fuhr und damit am Ende auf frischen Reifen glänzen konnte. Rosberg wurde dank des cleveren Boxenstopps während der Safety-Car-Phase Vierter, Kubica Fünfter, Petrov Sechster, Alonso Siebter und Webber Achter. Der Australier war im heutigen Saisonfinale von allen vier WM-Kandidaten am unauffälligsten.

Bereits in der achten Runde streifte Webber beim Yas-Hotel die Leitplanken, anschließend hatte er einfach nicht den Speed, um Alonso zu attackieren. Sein früher Boxenstopp hätte theoretisch aufgehen können, wurde aber ausgerechnet von Jaime Alguersuari im Toro Rosso zunichte gemacht, der ihn drei Runden lang aufhielt. Der junge Spanier profitierte davon freilich selbst und sammelte als Neunter zwei WM-Punkte. Massa wurde Zehnter.

Schumacher mit einem Schutzengel

Alles, was dahinter passierte, ging im taktisch spannenden WM-Kampf völlig unter. Die Zielflagge sahen 21 von 24 gestarteten Autos; Timo Glock (Virgin) rollte in der 44. Runde mit einem technischen Defekt aus, Schumacher und Vitantonio Liuzzi kollidierten in der ersten Runde: Schumacher drehte sich in Kurve sechs, als Rosberg gerade innen an ihm vorbeiziehen wollte, und anschließend konnte der völlig unschuldige Liuzzi nicht mehr ausweichen.

„Das war schon ein Moment, in dem man kurz in sich geht und versucht, sich so klein wie möglich zu machen. Aber wir haben uns ja nicht berührt, insofern ist alles okay“, erklärt Schumacher, der genau wie viele Beobachter an den TV-Geräten zunächst angenommen hatte, dass er mit Rosberg kollidiert war: „War ich auch der Meinung, aber das war nicht der Fall. Also kann man niemandem die Schuld geben außer mir selbst.“

In der bereits in São Paulo entschiedenen Konstrukteurs-WM gab es heute keine Verschiebungen mehr. Bei den Fahrern setzte sich Vettel mit 256 Punkten vor Alonso (252) und Webber (242) durch. „Es hat der würdigste Mann gewonnen“, strahlt Vettel-Mentor Marko, der sich einen abschließenden Rundumschlag nicht verkneifen kann: „Und an all die Besserwisser wegen Stallregie: Das, was wir gemacht haben, ist aufgegangen!

Quelle: Sport.msn.de, Supportstore.de, Domain-Portal24.de, SL-Reseller.de

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Spanien ist Weltmeister der Krake Paul hatte wieder mal recht


WM 2010 Ergebnisse bis 11.07.2010

Spanien – Niederlande  1:0

Iniesta macht Spanien zum Weltmeister

Spain's national football team players celebrate with the trophy  during the award ceremony.

Spanien ist zum ersten Mal in seiner Geschichte Fussball-Weltmeister! In einem packenden Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ setzte sich der amtierende Europameister erst in der Verlängerung mit 1:0 (0:0) gegen die Auswahl der Niederlande durch und kürte sich als insgesamt achtes Team mit dem Weltmeistertitel.

Nach 90 unterhaltsamen, aber torlosen Minuten erzielte Andrés Iniesta vor 84.490 Zuschauern im ausverkauften Soccer-City-Stadion von Johannesburg in der 116. Minute den viel umjubelten Siegtreffer für die Iberer, die sich den Titelgewinn aufgrund der größeren Spielanteile und einem Plus an Torchancen redlich verdienten.

Die stärksten Formationen
Beide Trainer konnten im großen Finale ihre besten Mannschaften im Kampf um den Weltpokal ins Rennen schicken. Bondscoach Bert van Marwijk konnte somit auf die im Halbfinale gegen Uruguay (3:2) gesperrten Gregory van der Wiel und Nigel de Jong zurückgreifen, Khalid Boulahrouz und Demy de Zeeuw blieben draußen. Spaniens Vicente del Bosque vertraute auf die gleich Elf, die Deutschland im Halbfinale mit 1:0 bezwungen hatte.

Beiden Mannschaften war der große gegenseitige Respekt anzumerken, kein Team wollte einen frühen Fehler begehen und dem Gegner dadurch einen Vorteil ermöglichen. Die Spanier starteten etwas schwungvoller und hatten bereits nach fünf Minuten die erste Chance durch Sergio Ramos, dessen Kopfball Torhüter Maarten Stekelenburg glänzend parierte. Kurz darauf lenkte John Heitinga eine gefährliche Hereingabe von Ramos (11.) kurz vor der Linie ins Toraus, nach der anschließenden Ecke setzte David Villa (12.) den Ball ans Außennetz.

Viele Zweikämpfe
Danach verflachte die Begegnung etwas, viele Zweikämpfe im Mittelfeld prägten das Spielgeschehen, fünf Gelbe Karten in 13 Minuten waren die Folge. Die Niederländer beschränkten sich zunächst stark auf die Defensive und versuchten, den Spielfluss der Spanier zu unterbinden. Eigene Tormöglichkeiten resultierten vor allem aus Fernschüssen, doch sowohl Dirk Kuyt (8.) als auch Wesley Sneijder (18.) konnten Iker Casillas im spanischen Tor nicht in Verlegenheit bringen.

Erst zum Ende der ersten Halbzeit nahm das Spiel wieder etwas an Fahrt auf. Nach einer Spielunterbrechung wollte Sneijder (33.) den Ball zu Casillas zurückspielen, doch sein Pass aus fast 50 Metern wurde immer länger und wäre beinahe im spanischen Tor gelandet. Kurz darauf trat Joris Mathijsen (37.) in aussichtsreicher Position über den Ball, dann prüfte Robben (45.) kurz vor der Halbzeit mit einem raffinierten Flachschuss vom rechten Strafraumeck Casillas. Auf der Gegenseite blieben die Distanzschüsse von Pedro (38.) und Xabi Alonso (43.) erfolglos.

Robben vergibt Führung
Unverändert nahmen beide Mannschaften die zweite Halbzeit auf, in der die Niederländer nun etwas mutiger agierten und die Partie damit ausgeglichener gestalteten. Dennoch hatten die Spanier die erste Chance durch Joan Capdevilla (48.), der nach einem Eckball über den Ball trat. Wenig später zielte Xavi (55.) mit einem Freistoß aus 25 Metern über das Tor.

Aber auch die Elftal hatte gute Gelegenheiten, vor allem durch Robben, der in der 52. Minute aus 20 Metern an Casillas (52.) scheiterte. Zehn Minuten später lief er nach Traumpass von Sneijder alleine auf den spanischen Schlussmann zu, der mit der Fußspitze die fast schon sichere Führung der Niederlande vereitelte (62.).

Casillas erzwingt Verlängerung
Danach kamen wieder die Spanier zu Chancen. Villa (70.) ließ im Fünfmeterraum einen Fehler von Heitinga ungenutzt, kurz darauf scheiterte der eingewechselte Jesus Navas an Stekelenburg. Sieben Minuten später köpfte Ramos (77.) unbedrängt aus zehn Metern über das Tor. In der 83. Minute hatte Robben in einer fast identischen Situation wie zuvor erneut die Führung auf dem Fuß, doch der starke Casillas verhinderte erneut einen Gegentreffer und erzwang die Verlängerung.

In dieser ließen vor allem die Iberer mehrfach die Chance auf die Führung aus. Zunächst scheiterte der eingewechselte Fabregas (95.) alleine vor Stekelenburg, dann rettete Van Bronckhorst gegen Iniesta (100.), Navas‘ abgefälschter Schuss aus halbrechter Position landete am Außennetz (101.) und schließlich zielte Fabregas (104.) von der Strafraumgrenze daneben. Auf der Gegenseite köpfte Mathijsen (96.) aus kurzer Distanz freistehend über das Tor.

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung schwächten sich die Niederlande selbst, nachdem der bereits verwarnte Heitinga (109.) wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vorzeitig vom Feld musste. Die Spanier nutzten die Überzahl durch Iniesta (116.), der nach Zuspiel von Fabregas aus zehn Metern den viel umjubelten Siegtreffer erzielte.

Quelle: FIFA:COM

Deutschland holt 3. Platz Löws Pulli bringt zu spätes Glück


WM 2010 Ergebnisse bis 10.07.2010

Deutschland – Uruguay 3:2

Deutschland holt zum vierten Mal Bronze

Marcell Jansen of Germany celebrates scoring his side's second  goal with team mates Thomas Mueller and Cacau

Nach 1934, 1970 und 2006 hat sich Deutschland durch einen 3:2-Sieg gegen Uruguay an diesem Samstagabend zum vierten Mal bei einer FIFA Fussball Weltmeisterschaft™ die Bronzemedaille gesichert. In einem munteren Spiel vor 36.254 Zuschauern in Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth trafen Thomas Müller (19.), Marcell Jansen (56.) und Sami Khedira (82.) für die Auswahl des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), während Edinson Cavani (28.) und Diego Forlán (51.) die Celeste zwischenzeitlich in Führung gebracht hatten.

Klose muss passen
Auf deutscher Seite wurde wie erwartet kräftig gewechselt. Miroslav Klose musste seine Jagd nach dem WM-Torrekord verletzungsbedingt beenden, und auch Kapitän Philipp Lahm war aufgrund eines Infektes nicht verfügbar. Cacau begann im Sturm, während Dennis Aogo als Linksverteidiger zu seinem ersten WM-Einsatz kam und Jerome Boateng nach rechts auswich. Müller stand nach seiner Gelbsperre ebenso wie Jansen in der Startelf, während Lukas Podolski und Piotr Trochowski weichen mussten. Im Tor durfte Jörg Butt anstelle von Manuel Neuer ran.

Drei Wechsel nahm dagegen Oscar Tabarez vor: Diego Lugano, Jorge Fucile, und Luis Suarez standen in der Anfangsformation, und Walter Gargano, Mauricio Victorino und Alvaro Pereira mussten erst einmal zuschauen.

Die ersten Minuten hatte Deutschland in einer munteren Anfangsphase zwar mehr Ballbesitz, doch die erste große Chance gehörte der Celeste, als Forlán einen Freistoß aus 18 Metern nur knapp am linken Winkel vorbeisetzte. Die DFB-Elf antwortete kurz darauf mit einem Lattenkopfball von Arne Friedrich nach Ecke von Mesut Özil.

Müller ist wieder da
Viele Südafrikaner – die meisten davon mit Deutschland-Accessoirs augestattet – schienen dieses Spiel zu ihrem ganz persönlichen WM-Abschied zu nutzen und sorgten für eine tolle Stimmung in Port Elizabeth. Als La Ola mehrfach durch das Stadion schwappte, ließ Bastian Schweinsteiger einen tückischen Flatterball aus der zweiten Reihe los, den Fernando Muslera nur abklatschen konnte. Müller hatte aufgepasst und erzielte per Abstauber sein fünftes WM-Tor (19.). Dann war wieder die Celeste dran: Per Mertesacker rettete akrobatisch gegen einen Kopfball von Forlán. Auf der anderen Seite hatte Khedira eine gute Kopfballchance, stand aber im Abseits (26.).

Ein böser Ballverlust Schweinsteigers gegen Diego Perez leitete den Ausgleich ein: Uruguay spielte schnell nach vorne, kam zu einer 3:2-Situation und über Suarez landete der Ball bei Cavani, der Butt keine Chance ließ (28.). Bei Deutschland, das mehr nach vorne spielte, häuften sich die Fehlpässe, und ein solcher leitete über Forlán einen weiteren südamerikanischen Konter ein, bei dem Suarez halbrechts im Strafraum mit einem Flachschuss am langen Pfosten vorbei knapp die Führung verpasste (42.).

Forlán trifft ebenfalls zum fünften Mal
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der zweimalige Weltmeister mit seinen schnell vorgetragenen Angriffen brandgefährlich, und Butt musste bei einer Doppelchance erst gegen Cavani und dann im Nachschuss gegen Suarez retten (48.). Beim 1:2 war der Schlussmann von Bayern München aber machtlos: Egidio Arevalo hatte von rechts eine Flanke hereingezogen und Forláns Volleyaufsetzer ließ Butt nur konsterniert dem ins Tor einschlagenden Ball hinterher starren (51.). Damit zog der Stürmer der Celeste mit seinem fünften WM-Treffer gleich mit Müller, Wesley Sneijder und David Villa.

Joachim Löws Elf wollte sich so einfach aber nicht geschlagen geben und glich durch einen Kopfball von Jansen nach einer Flanke von Boateng aus dem rechten Halbfeld nur fünf Minuten später zum 2:2 aus. Auch bei diesem Treffer machte Muslera, der an der Flanke vorbeigesegelt war, keine gute Figur. Der bis dahin blasse Özil vergab kurz darauf nach schöner Vorarbeit von Cacau die große Gelegenheit zur Führung der Europäer. Chancen gab es nun hüben wie drüben; Butt parierte einen Gewaltschuss von Suarez (63). 120 Sekunden später verhinderte der 36-Jährige das sechste WM-Tor von Forlán.

Khediras Premiere
Cacau, der kurz danach gegen Stefan Kießling ausgewechselt wurde, hatte auf der anderen Seite nach einem feinen Spielzug über links die nächste gute Gelegenheit, zielte aber zu hoch (71.). Der Leverkusener Stürmer konnte fünf Minuten später gleich mit einer schönen Schusschance auf sich aufmerksam machen. Der Leverkusener Stürmer verpasste dann eine scharfe Flanke Boatengs nur knapp (81.).

Der Siegtreffer war Khedira vorbehalten, der mit seinem ersten Länderspieltreffer im zwölften Einsatz nach einer Flanke von Özil im Nachsetzen per Kopf aus wenigen Metern den Ball über die Linie bugsierte. Kießling vergab zwar noch die Riesenchance auf das 4:2 und Forlán scheiterte mit der letzten Aktion per Freistoß an der Latte, doch am Ende durfte sich die DFB-Elf wie schon vier Jahre zuvor über einen gelungen Turnierabschluss freuen.

Quelle: FIFA.COM

Aus der Traum vom Weltmeister Deutschland Spanien 0 :1


WM 2010 Ergebnisse bis 07.07.2010

Deutschland – Spanien  0:1

Trauer in Deutschland Spanien im Finale gegen Holland

Die Entscheidung: Carlos Puyol hat das entscheidende 1:0 erzielt.

Durban (SID) Aus der Traum vom vierten Stern: Mutlos, harmlos und hilflos hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihre Chance auf den WM-Titel verspielt. Das junge Team von Bundestrainer Joachim Löw ließ beim 0:1 (0:0) im Halbfinale gegen Spanien alles vermissen, was es bisher in Südafrika so stark gemacht hatte, und spielt wie bereits 2006 nur um den „Trostpreis“. Im Spiel um Rang drei trifft die DFB-Auswahl am Samstag in Port Elizabeth auf Uruguay. Nach 73 einseitigen Minuten war der Traum von der achten Finalteilnahme bei einer WM beendet: Abwehrchef Carles Puyol traf nach teilweise drückender Überlegenheit und zahlreichen Chancen für den Europameister mit einem Kopfball aus sieben Metern, die deutsche Mannschaft konnte nicht mehr kontern. Spanien und die Niederlande kämpfen am Sonntag in Johannesburg um die Nachfolge des entthronten Weltmeisters Italien. Es wird eine Premiere: Beide Nationen sind noch ohne WM-Titel. Holland hatte Uruguay am Dienstag 3:2 besiegt. Wer die deutsche Mannschaft gegen England (4:1) und die Argentinier (4:0) erlebt hatte, rieb sich im Moses-Mabhida-Stadion von Durban verwundert die Augen. Dominanz, Spielwitz und der Glaube an die eigene Stärke waren vor 60.960 Zuschauern nicht zu sehen. Stattdessen schoben sich die deutschen Spieler in Abwehr und Mittelfeld fast ängstlich den Ball zu, die einzige Entlastung waren Befreiungsschläge, die zumeist gleich wieder in den Reihen des selbstbewussten Europameisters landeten. Die Spanier dagegen dominierten, schienen technisch und taktisch eine Stufe reifer und waren zudem extrem gedankenschnell, was die deutsche Mannschaft bisweilen überforderte. Insbesondere in der ersten Halbzeit lief das Spiel fast nur in der deutschen Hälfte ab – es war wie eine Kopie des EM-Finals vor zwei Jahren (0:1). Die Abwehr immerhin stand lange halbwegs gut, vor allem Per Mertesacker überzeugte neben dem diesmal schwächeren Arne Friedrich. Die Frage nach dem Ersatz für den überragenden, aber gelbgesperrten Thomas Müller hatte Löw mit der nächstliegenden Wahl beantwortet: Piotr Trochowski sprang ein, der Mittelfeldspieler vom Hamburger SV erbrachte aber nicht annähernd die Leistung, mit der Müller die Fußball-Welt begeistert hatte, und wurde zu Recht von Toni Kroos abgelöst (62.). Der Leverkusener besaß kurz darauf die beste Chance der DFB-Auswahl zum 1:0, scheiterte aber an Torhüter Iker Casillas (69.). Bei Spanien standen gleich sieben Spieler vom Meister FC Barcelona in der Startelf – darunter auch David Villa, den die Katalanen zur neuen Saison für 40 Millionen Euro vom FC Valencia verpflichtet hatten. Fernando Torres, der zuletzt höchst glücklose Schütze des Siegtors im EM-Finale 2008 gegen Deutschland (1:0), saß auf der Bank, für ihn spielte der überragende Pedro. Torres kam erst in der Schlussphase für Villa. Pedro führte sich auch gleich mit einem Steilpass durch die deutsche Abwehr ein – der aufmerksame Manuel Neuer rettete vor Villa (6.). Bereits zu diesem Zeitpunkt war auffällig: Deutschland musste reagieren, Spanien agierte – und das sehr ballsicher. Im Zweikampf kam Löws Elf häufig zu spät oder war nicht entschlossen genug. Die Spanier legten sich die deutsche Mannschaft geduldig zurecht, so in der 13. Minute, als der aufgerückte Carles Puyol nach Flanke von Andres Iniesta über das Tor köpfte. Auch danach galt: Die Spanier dominierten, die Deutschen zögerten. Iniesta und Xavi konnten sich im Mittelfeld nach Herzenslust austoben – nur die Zielstrebigkeit fehlte zunächst. Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Mesut Özil bekamen dagegen keine Linie ins deutsche Spiel, Jerome Boateng und Lukas Podolski auf der linken Seite waren zu schwach. Löw reagierte und brachte für Verteidiger Boateng früh Marcell Jansen (52.).
In den Minuten nach dem Wechsel herrschte in der deutschen Abwehr völlige Konfusion. In der 58. Minute parierte Neuer zunächst gegen Pedro, Sekunden später brachte Iniesta den Ball flach vor das Tor, und Villa verpasste um Zentimeter. Mit der Einwechslung von Kroos wurde es besser. Der Ball lief nun über mehrere Stationen, es war mehr Zug hinter den Aktionen – doch in die beste Phase hinein fiel nach einem Eckball von Iniesta das 0:1. Es war mehr als verdient.

Quelle: Weltfussball.de, spox.com

FIFA 2010 Deutschland siegt gegen Argentinien Souverän 4 : 0


WM 2010 Ergebnisse bis 03.06.2010

Deutschland – Argentinien  4:0

Deutschland siegt gegen Argentinien Souverän

Vor 64.100 Zuschauern im ausverkauften Green Point Stadium in Kapstadt brachte Shooting-Star Thomas Müller die deutsche Nationalmannschaft früh in Führung (3.). Wie schon beim 4:1 im Achtelfinale gegen England brachte in der zweiten Halbzeit ein Doppelschlag dann die Entscheidung: Miroslav Klose (68.) und Arne Friedrich (74.) erhöhten auf 3:0, Klose besorgte schließlich den Endstand (89.).

Für Klose waren es im 100. Länderspiel die Tore 51 und 52, das dritte und vierte bei dieser WM und das 13. und 14. ingesamt. Damit hat er Gerd Müller eingeholt und liegt nur noch einen Treffer hinter dem WM-Rekord des Brasilianers Ronaldo. Für Arne Friedrich war es das erste Tor im 77. Länderspiel überhaupt.

Ein kleiner Wermutstropfen: Thomas Müller sah nach einem Handspiel die zweite Gelbe Karte im laufenden Turnier und muss im Halbfinale zusehen.

Vor dem Anpfiff: Argentinien mit derselben Elf, die Mexiko mit 3:1 schlug, heißt: Der wieder fitte Samuel sitzt auf der Bank, Veron gleich daneben.

Auch das deutsche Team unverändert. Cacau ist wieder fit, sitzt auf der Bank.

* Noten 1-6 (1 = sehr gut – 6 = ungenügend)

3., 0:1, Müller: Schweinsteiger bringt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld perfekt an den Fünfer. Müller kommt vor Otamendi eingelaufen und nickt den Ball am irritierten Romero vorbei ins Tor.

22.: Messi spielt 20 Meter vor dem Tor einen starken Pass tief in den Strafraum. Tevez ist durch, aber Neuer zuerst da und packt sicher zu. Gut aufgepasst!

24.: Dicke Chance zum 0:2. Fehler von Heinze. Müller sticht über rechts in den Sechzehner und legt auf Klose quer. Der setzt das Leder aus zwölf Metern unbedrängt über das Tor.

35.: Otamendi spielt Higuain am Strafraum an. Boateng doppelt nicht. Higuain dreht sich blitzschnell um Friedrich und schließt ins kurze Eck ab – Neuer taucht ab und hält.

48.: Die DFB-Elf nach der Halbzeit unter Druck. Di Maria lässt von halbrechts eine Fackel los – Zentimeter rechts vorbei.

68., 0:2, Klose: Aus dem Nichts – aber egal! Müller spielt den Ball im Liegen (!) genau in den Lauf auf Podolski. Der verzögert am Fünfer, legt quer auf Klose – und der drückt nur noch ein.

74., 0:3, Friedrich: Schweinsteiger überläuft über Links ganz Argentinien und hat dann das Auge für Friedrich. Der murmelt den Ball ins leere Tor.

Fazit: Eine unfassbare DFB-Elf demontiert Argentinien, Maradona und Messi. Zwischenzeitlich war es eng, aber nach dem zweiten Tor spielte die DFB-Elf gnadenlos.

Der Star des Spiels: Thomas Müller. Der Junge ist einfach überragend. Tore mit dem Kopf kannte man von ihm bisher noch nicht – umso schöner war die frühe Führung. Bereits der vierte Turniertreffer für den 20-Jährigen. Am zweiten Tor gehört Müller mindestens die Hälfte. Wie er den Ball im Zweikampf gegen FCB-Kollegen Demichelis im Liegen auf Podolski durchsteckte, war erste Sahne. Ebenfalls grandios: Bastian Schweinsteiger.

Die Gurke des Spiels: Nicolas Otamendi. Der gelernte Innenverteidiger wusste in der Anfangsviertelstunde überhaupt nicht, wie ihm geschah. Sein Foul an Podolski führte zum Freistoß, der das 0:1 brachte. Dabei stand er dann prompt zu weit weg von Torschütze Müller. Beim dritten Foul nach elf Minuten gab’s dann auch Gelb. Beim 0:2 rechts hinten nicht zu sehen.

WM: Argentinien – Deutschland (Viertelfinale)
Argentinien – Deutschland 0:4: Wahnsinn! Unfassbar! Sensationell! Das DFB-Team demütigt Diego
© Getty

Die Pfeife des Spiels: Rawschan Irmatow (Usbekistan). Keine gute Leistung des Schiedsrichters. Ließ zu viel durchgehen, hätte Otamendi nach Foul an Podolski schon früher Gelb zeigen und Di Maria wegen absichtlichen Handspiels zwingend verwarnen müssen – vor allem, weil er später Müller für dasselbe Vergehen Gelb zeigte. Bei den persönlichen Strafen insgesamt ohne Linie.

Analyse: Furioser Auftakt der DFB-Elf, die sofort hellwach war und Argentinien in den ersten 15 Minuten fast überrannte. Das aggressive Pressing der Gauchos war gegen das ballsichere DFB-Mittelfeld wirkungslos. Weil Argentinien sehr hoch stand, ergab sich viel Raum für Schweinsteiger und Khedira. Die DFB-Elf wiederum griff erst hinter der Mittellinie an und machte den Platz eng.

Nach 20 Minuten roch die Maradona-Elf den Braten und verteidigte tiefer. Podolski spielte diesmal etwas defensiver, um Boateng gegen Messi und Tevez besser absichern zu können. Bei den Gauchos lief schnell alles über diese Seite, zumal Di Maria nach 25 Minuten nach rechts wechselte, um mehr Druck auf Boateng machen zu können.

Argentinien Deutschland Thomas Müller Lukas Podolski Miroslav Klose Arne Friedrich Lionel Messi Diego Maradona

Prompt ergab sich daraus mehr Ballbesitz für Argentinien, das immer wieder über die rechte Seite angriff. Messi bekam den Ball meist direkt von den Innenverteidigern bzw. Mascherano in den Fuß gespielt, wurde aber von Schweinsteiger gut abgesichert. Die DFB-Elf wiederum spielte ihre Konter in der Folge zu überhastet aus, oft fehlte der letzte Pass oder der Abschluss kam zu früh.

Argentinien schnürte die DFB-Elf phasenweise am eigenen Sechzehner ein. Nach rund einer Stunde explodierte Löw mal an der Seitenlinie, weil seine Elf nach dem Wechsel zu fahrig agierte und kaum zwei Pässe hintereinander an den Mann brachte. Das verfehlte seine Wirkung nicht – kurz darauf machte die DFB-Elf mit einem Doppelschlag wie gegen England alles klar. Im Halbfinale trifft die deutsche Mannschaft entweder auf Europameister Spanien oder Paraguay.

Quelle: spox.com, Supportstore.de

FIFA Fußball WM 2010 Deutschland gegen Argentinien Prognose


WM 2010 Ergebnisse bis 02.06.2010

WM 2010: Ergebnisse 02.07

Uruguay – Ghana 1(4):1(2)

Niederlande – Brasilien 2:1

WM 2010: Ergebnisse 29.06.

Paraguay – Japan 5:3

Spanien – Portugal 1:0

WM 2010: Ergebnisse 28.06.

Niederlande – Slowakei 2:1

Brasilien – Chile 3:0

WM 2010: Ergebnisse 27.06.

Deutschland – England 4:1

Argentinien – Mexico 3:1

Ergebnisse 25.06.2010

Chile – Spanien 1:2

Schweiz – Honduras 0:0

Portugal – Brasilien 0:0

Ergebnis Nordkorea – Elfenbeinküste 0:3

WM 2010: Heute um 16:00 Uhr trifft die deutsche Elf im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2010 auf Argentinien. Wie könnte der Klassiker ausgehen? Die FIFA-prognose gibt einen Ausblick.

Deutschland läuft gegen Argentinien unverändert auf. Während Argentinien in der Anfangsphase drückend überlegen ist, kann Mesut Özil seine erste Chance in ein Tor wandeln. Über die erste Halbzeit kann Deutschland die Führung halten und in der zweite Hälfte baut Bastian Schweinsteiger diese – dank Foulelfmeter – sogar noch aus. Zwar versucht Argentinien mit aller Macht dagegen zu halten, doch am Ende steht Deutschland als Favorit im Halbfinale.

Quelle: pcgames.de/fifa, Supportstore.de




Deutschland steht nach 1:0-Sieg über Ghana im Achtelfianle


WM 2010 Ergebnisse 23.06.2010

Deutschland – Ghana 1:0

Slowenien – England 0:1

USA – Algerien 1:0

Australien – Serbien 2:1

Ballack, Portugal, Jubel, Finale, EM 2008, Hitzelsberger

Das reservierte Flugticket kann umgebucht werden. Durch einen 1:0-Sieg im Vorrunden-Endspiel gegen Ghana sicherte sich Deutschland als Tabellenführer den Sprung ins Achtelfinale der WM 2010. In einem temporeichen Spiel tat sich die DFB-Auswahl lange schwer, bis Mesut Özil mit einem Traumtor der erlösende Treffer gelang. Die 80.000 Zuschauer im Soccer City Stadium zu Johannesburg sahen eine spannende Partie mit vielen Torchancen, endlich einmal einen unauffälligen Schiedsrichter, der in der fairen Begegnung trotz aller Vorpropaganda nur zwei gelbe Karten zeigte, und ein friedlich verlaufenes Bruderduell. Özil erzielte in der lange sehr offenen Partie das Tor des Tages in der 60. Minute. Ghana reichte die knappe Niederlage, um als Zweiter ebenfalls in die K.o.-Runde einzuziehen.

Neben der Tatsache, dass die Genauigkeit im Angriffsspiel fehlte, Konter oftmals zu überhastet ausgeführt wurden und in der Abwehr einige nervositätsbedingte Stellungsfehler unterliefen, drückt Deutschland vor dem Achtelfinale gegen England vor allem die Sorge um Bastian Schweinsteiger. Der Strukturgeber im Mittelfeld humpelte nach 81 Minuten mit Schmerzen im Oberschenkel verletzt vom Platz und musste durch Toni Kroos ersetzt werden.

Beide Boatengs in den Startaufstellungen

Jogi Löw hatte sein Team nach der Niederlage gegen Serbien auf zwei Positionen verändert. Für den gelb-rotgesperrten Miroslav Klose durfte Cacau als einzige Spitze von Beginn an auflaufen, als Linksverteidiger ersetzte Jerome Boateng den zuletzt enttäuschenden Holger Badstuber. Ghana-Coach Milovan Rajevac schenkte wieder Kevin-Prince Boateng das Vertrauen, ermöglichte dadurch das Bruderduell. Doch eins vorweg: Auf dem Feld agierten beide auf unterschiedlichen Seiten und gingen sich so weitgehend aus dem Weg. Ansonsten baute der Serbe nach dem 1:1 gegen Australien nur in der Abwehr um, wo der wieder genesene John Mensah seinen Teamkollegen Lee Addy ersetzte.

Deutschland mit mehr Spielanteilen

In dem Bewusstsein, unbedingt gewinnen zu müssen, begann Deutschland die Partie zunächst druckvoll. Ein schwacher Schuss von Cacau aus spitzem Winkel stellte Richard Kingson vor keine grosse Probleme (3.). Ihren Pässen fehlte allerdings die nötige Präzision. Ein Steilpass von Thomas Müller erreichte ebenso nicht den Mitspieler wie eine flache Hereingabe von Lukas Podolski. Doch Jonathan Mensah fälschte den Ball gefährlich ab und zwang Keeper Richard Kingson zu einem schnellen Reflex (9.). Deutschland hatte zwar ein deutliches optisches Übergewicht, doch die sehr diszipliniert und geordneten Ghanaer sorgte mit schnellen Kontern aus ihrer kompakten Defensive heraus immer wieder für gefährliche Momente – meist über ihre linke Angriffsseite. Asamoah Gyan hatte nach Zuspiel von Kwadwo Asamoah die dickste Möglichkeit zur Führung, er brauchte aber zu lange, so dass der Schuss von Arne Friedrichs geblockt werden konnte (14.). André Ayew hatte wenig später die nächste gute Chance, fand aber ebenso nicht schnell genug den Abschluss, so dass der starke Manuel Neuer klären konnte (25.).

Mehr Torschüsse auf Seiten Ghanas

Das Spiel bekam richtig Fahrt, wurde auf beiden Seiten mit offenem Visier geführt. Plötzlich war Mesut Özil durchgestartet, rannte völlig alleine auf Kingson zu, scheiterte mit seinem Flachschuss jedoch am herausstürzenden Torhüters (25.). Auf der Gegenseite konnte Philipp Lahm einen Gyan-Kopfball nach einem Eckball für den schon geschlagenen Neuer retten (27.). Insgesamt übernahmen die Afrikaner nach einer knappen halben Stunde mehr und mehr die Initiative. Auch wenn sie nach Ballbesitz weiter deutlich hinter dem Gegner zurücklagen, hatten sie dafür mittlerweile deutlich mehr Chancen. Nur nutzten sie sie nicht: Ein Kopfball von Kevin-Prince Boateng nach Ayew-Flanke verfehlte das Tor aber deutlich (32.). Deutschland stand sehr tief, liess den Ball nicht mehr so schnell zirkulieren wie in der Anfangsphase und kam daher vor der Pause nur noch durch einen Freistoss von Bastian Schweinsteiger vor das Tor. Kingson konnte den Schuss jedoch aus der langen Ecke fischen (41.).

Özil gelingt das erlösende Tor

Die zweite Hälfte begann Ghana sehr tiefstehend, Deutschland agierte endlich wieder druckvoller und strukturierter als noch gegen Ende des ersten Durchgangs. Das finale Zuspiel in die Spitze blieb das Problem, ein Luftloch wie das von Pantsil geschlagene konnte so nicht ausgenutzt werden (49.). Und plötzlich brachte einer von vielen Stellungsfehlern von Per Mertesacker Asamoah in eine gute Schussposition. Neuer bewahrte sein Team jedoch vor einem Rückstand (51.). Nach knapp einer Stunde wurde wurde Deutschland dann für seine Angriffe belohnt. Nach einem Querpass konnte sich Özil den Ball an der Strafraumgrenze zurechtlegen und zum 1:0 ins linke obere Toreck zirkeln (60.). Doch Entspannung war bei Deutschland nicht angesagt, denn im direkten Gegenstoss hätte Prince Tagoe fast den Ausgleich erzielt. Jerome Boateng liess ihn zunächst köpfen, konnte dann aber doch mit dem langen Bein zur Ecke klären (62.). Ghana mittlerweile mit Sulley Muntari für Tagoe durfte trotz Rückstand noch nicht abgeschrieben werden. Die deutsche Hintermannschaft schaute nur staunend zu, als Gyan im Strafraum per Hackentrick Ayew bediente. Nur Lahm sprang beherzt in dessen Schuss, lenkte ihn über das Tor und vereitelte die riesige Chance zum Ausgleich (66.). Viel mehr passierte dann aber auch nicht mehr, beide Teams hatten sich offenbar stillschweigend mit dem knappen Sieg der Deutschen arrangiert, der beiden den Sprung ins Achtelfinale ermöglichte.

Quelle: 4-4-2.com, Supportstore.de